Innenpolitik

Rendi-Wagner prüft Masern-Impfpflicht für Spitalspersonal

Die neue Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner (SPÖ) hält im Lichte der aktuellen Masern-Welle die Durchimpfungsraten beim Gesundheitspersonal für "absolut inakzeptabel" niedrig. Rendi-Wagner will deshalb die Möglichkeit einer Impfpflicht fürs Personal rechtlich prüfen, wie sie in mehreren Zeitungsinterviews am Sonntag sagte. Eine generelle Impfpflicht lehnt sie ab.

Rendi-Wagner will Impflücke schließen.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Rendi-Wagner will Impflücke schließen.

In Österreich gibt es seit Jahresbeginn bereits doppelt so viele Masernfälle wie 2016. "Wir müssen die Durchimpfungsraten auf jeden Fall heben", betonte Rendi-Wagner, die auch Expertin für Impf-Prävention ist, in der "Presse am Sonntag". Eine Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung komme für sie aber "nicht infrage".

Vorrangiges Ziel müsse es dagegen sein, etwas an den niedrigen Durchimpfungsraten bei Gesundheitsberufen - von Ärzten über Hebammen, Pfleger bis Sanitätern - zu ändern, sagte die Ministerin zu "Österreich" und "Kurier". Allein heuer seien nämlich 15 Prozent der Masernfälle im Krankenhaus akquiriert worden oder betreffen das Krankenhauspersonal. Hier müsse man als ersten Schritt die Impflücke schließen, bereits nächste Woche werde man mit allen neun Landesgesundheitsreferenten entsprechende Gespräche führen.

Auf die Frage, ob auch eine Impfpflicht für das Krankenhauspersonal denkbar sei, meinte Rendi-Wagner in der "Kleinen Zeitung": "Die Möglichkeit muss man rechtlich genau prüfen." Es gehe hier um einen Eingriff in die körperliche Integrität, es müsse aber auch sichergestellt sein, dass sich Patienten nicht beim Personal anstecken.

Quelle: APA

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