Innenpolitik

Schönheitsoperationen erst ab 16 erlaubt

Die Politik will Schönheitsoperationen einbremsen. Der Nationalrat hat Freitagmittag einstimmig eine Gesetzesnovelle verabschiedet, die einschlägige OPs bis zum vollendeten 16. Lebensjahr untersagt.

Schönheitsoperationen erst ab 16 erlaubt SN
Symbolbild: SN

Zudem dürfen die Operationen nur noch von einschlägig ausgebildeten Medizinern durchgeführt werden. Aggressive Werbung etwa mit Vorher/Nachher-Bildern und Titeln wie "Beauty Doc" wird untersagt.

Gesundheitsminister Stöger zeigte sich über die einhellige Zustimmung zu der Neuregelung erfreut. Hervorgehoben wurde von ihm etwa, dass eine Wartefrist zwischen Einwilligung und Operation eingezogen wird. So bleibe genug Zeit zu überlegen, ob man einen entsprechenden Eingriff wirklich durchführen wolle.

Wenig Verständnis für den Wunsch nach mehr Schönheit äußerte ÖVP-Gesundheitssprecher Rasinger. Es sei Unsinn, wenn jemand mit 16 "wie der Elvis Presley aussehen will". Freilich hat Rasinger als Teenager selbst schon vorgesorgt, hätten seine Eltern doch seine Ohren anlegen lassen: "Bei mir hat es gewirkt. Ich bin schön."

Zustimmung zum "Schönheitsgesetz" kam auch von den Freiheitlichen sowie vom BZÖ. Die Grünen kritisierten, dass der "berühmte Busen zur Matura" weiter möglich sei. Denn maturiert werde mit 17 und da stehe der Weg für solch einen Eingriff schon wieder offen. Das BZÖ forderte eine begleitende Image-Kampagne gegen Schönheits-OPs.

Dass nur noch echtes Fachpersonal zum Einsatz kommen darf, gefiel allen Fraktionen. Konkret ist vorgesehen, dass Schönheitsoperationen wie Bauchstraffungen, Brustvergrößerungen, Facelift, Fettabsaugungen und Nasenkorrekturen künftig von speziell ausgebildeten Ärzten durchgeführt werden müssen, die über eine Berechtigung für "Ästhetische Chirurgie" verfügen. Fachärzte wie für Hals-, Nasen-und Ohrenkrankheiten oder für Haut- und Geschlechtskrankheiten, aber auch Allgemeinmediziner werden nur noch für die Durchführung bestimmter ästhetischer Eingriffe infrage kommen, zu denen sie aufgrund ihrer Ausbildung berechtigt sind. Die Bezeichnung "Beauty Doc" oder ähnliches wird untersagt.

(APA)

Aufgerufen am 22.04.2018 um 05:53 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/schoenheitsoperationen-erst-ab-16-erlaubt-5955256

Meistgelesen

    Video

    Überwachungspaket im Nationalrat kontroversiell diskutiert
    Play

    Überwachungspaket im Nationalrat kontroversiell diskutiert

    Zwei umstrittene Gesetzesvorlagen sollen am Freitag zum Abschluss der Plenarwoche den Nationalrat passieren. Ein Sicherheitspaket …

    Die Wahlabschlusspartys der Salzburger Parteien: Zwischen Selbstbewusstsein und Bangen
    Play

    Die Wahlabschlusspartys der Salzburger Parteien: Zwischen Selbstbewusstsein und Bangen

    Erstes ÖVP-FPÖ-Budget beschlossen
    Play

    Erstes ÖVP-FPÖ-Budget beschlossen

    Schlagzeilen