Innenpolitik

Schulbeginn mit Maske und Babyelefant — Anschober über Umsetzung der Maßnahmen zufrieden

In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland hat am Montag für rund 456.000 Schülerinnen und Schüler das neue Schuljahr begonnen. Coronabedingt startete die Schule für die Taferlklassler in Wien mit Schultüte und Maske. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) appellierte bei dem Besuch der Ganztags-Volksschule Alte Donau: "Lasst euch nicht durch die Maske stören. In der Klasse kann man sie abnehmen."

Taferlklassler mit Schultüte und Maske - mit diesem ungewohnten Bild hat am Montag in Wien das neue Schuljahr begonnen. Aufgrund der gelben Corona-Ampel galt am ersten Schultag in der Bundeshauptstadt außerhalb der Klasse für Kinder und Lehrer eine Verpflichtung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Beim Schulstart ebenfalls mit dabei war zumindest an der Ganztags-Volksschule Alte Donau in Wien-Donaustadt, der Bildungsminister einen Besuch abstattete, der totgesagte Babyelefant. Am Schuleingang begrüßte (neben einer auf gelb geschalteten Corona-Ampel) eine Abbildung davon Kinder und Eltern - nicht verhindern konnte er zumindest außerhalb aber die Bildung größerer Menschentrauben.

Sehr wohl auf Abstände geachtet wurde dagegen dann ab dem Eingang, wo ein Lehrer die Schüler gestaffelt in die Schule ließ. Dazu wurden mehrere Zugänge geöffnet - die Taferlklassler bekamen einen Extra-Eingang via Schulhof, wo sie diesmal von der Direktorin begrüßt wurden. Die Schüler trugen durchgängig ihre Masken, bei den Eltern vor der Schule war dies trotz Gedränge nicht durchgängig der Fall.

"Lasst euch nicht durch die Maske stören", appellierte Faßmann dann am Schulhof an die Erstklassler. "In der Klasse kann man sie abnehmen." Auch sonst solle heute der Schulstart im Mittelpunkt stehen. "Es gibt nichts, was einem guten ersten Schultag im Weg stehen könnte."

Lokalaugenschein: Unterschiedliche Handhabung

An anderen Schulen verzichtete man dagegen auf die Öffnung mehrerer Zugänge zu den Schulen, zeigten APA-Lokalaugenscheine. Auch eine zeitliche Staffelung des Beginns erfolgte nicht überall. In einigen durften Eltern ihre Kinder hinein begleiten, in anderen nicht.

Weniger entspannt zeigten sich die SP-nahen AHS-Schülervertreter. Die Wiener AHS-Landesschulsprecherin Anna Blume (Aktion kritischer Schüler_innen/AKS) forderte die Zweiteilung der Klassen mit geteiltem Unterricht, die Anmietung externer Schulgebäude, Masken höherer Schutzstufen für alle Schüler und Lehrer, flächendeckende freiwillige Testprogramme sowie eine Kürzung der Lehrpläne in der Oberstufe. Die Sozialistische Jugend wiederum will die Matura durch Projektarbeiten ersetzt wissen.

Erstklässler mit Schultüten und Masken an ihrem ersten Schultag in Wien. SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Erstklässler mit Schultüten und Masken an ihrem ersten Schultag in Wien.

Anschober: "Maßnahmen wurden gut umgesetzt"

Nichtsdestotrotz hat Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) am Montag die mit der Gelb-Schaltung der Corona-Ampel verbundene Ausweitung des Mund-Nasenschutzes durch die betroffene Bevölkerung gut umsetzt gesehen. Bemerkenswert sei das weitestgehende Ausbleiben von Problemen aus dem schulischen Bereich. Auch in den Geschäften sei die Umsetzung am Samstag und ebenso am Montag gut gewesen, hieß es vom Ressort.

Die erste Schaltung der Ampel hatte am vergangenen Freitag für einigen politischen Wirbel gesorgt - besonders in Linz durch den dortigen Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ). Die Hauptstadt Oberösterreichs war eine der vier betroffenen Regionen neben Wien, Graz und dem Tiroler Bezirk Kufstein. "Dass die politischen Vertreter der betroffenen Regionen nicht begeistert sind, dass ihre Region in der Corona-Ampel als 'gelb' eingestuft wurde", sei indes ja verständlich, kommentierte Anschober die Aufregung.

Vonseiten des Gesundheitsministeriums hieß es am Freitag noch, dass im Idealfall die Ampel ab 1. Oktober vom Gesetz her voll funktionstüchtig sein soll. Würden jedoch SPÖ und FPÖ - wie am Samstag in der Tageszeitung "Österreich" anvisiert - gegen das Gesetz stimmen, wäre eine Option, sich im Bundesrat dazu zu entscheiden, dieses erst gar nicht im Plenum zu behandeln. Dann könnte sich dadurch eine Verzögerung von bis zu acht Wochen ergeben und die gesetzliche Basis für die Ampel-Maßnahmen überhaupt erst Ende November geschaffen werden.

Faßmann: Ausnahmen in Ampelregelung möglich

Bildungsminister Faßmann kann sich Ausnahmen an den Schulen von der Ampelschaltung in einzelnen Bezirken vorstellen. Wenn es in einem Teil des Bezirks gar keine Fälle gebe, "darauf kann man eingehen", sagte er in der "ZiB2" am Sonntag. Als Beispiel nannte er das Alpbachtal, das im gelb geschalteten Bezirk Kufstein liegt, aber keinen aktuellen Corona-Fall aufweist. Faßmann liegt damit durchaus auf einer Linie mit Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne), der am Wochenende ebenfalls eine weitere regionale Differenzierung nicht ausgeschlossen hatte.

Quelle: APA

Aufgerufen am 21.09.2020 um 02:45 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/schulbeginn-mit-maske-und-babyelefant-anschober-ueber-umsetzung-der-massnahmen-zufrieden-92480215

Kommentare

Schlagzeilen