Europapolitik für den kleinen Matthias

Bemerkenswerterweise griff Bundespräsident Alexander Van der Bellen in seiner Neujahrsansprache zu einem kleinen Redetrick, um das Wesentliche zu sagen.

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Standpunkt Andreas Koller

Vorgeblich an den fünfjährigen Matthias gerichtet, sagte er: Wichtigster Grund für das vereinte Europa von heute sei, "dass es nie wieder Krieg gibt, dass der Friede bleibt".

Die Worte Van der Bellens galten natürlich nicht nur dem kleinen Matthias, sondern allen Bürgerinnen und Bürgern. Das in der Geschichte Europas gar nicht Selbstverständliche ist so selbstverständlich, ja: banal geworden, dass der Bundespräsident glaubte, es dem Lande ohne rhetorische Extraverzierung nicht servieren zu können.

Es ist zu hoffen, dass die Botschaft nicht nur beim kleinen Matthias, sondern bei allen EU-Skeptikern angekommen ist. Ebenso ist zu hoffen, dass die EU sich dieser Verpflichtung bewusst ist. Und sich nicht im Klein-Klein verzettelt (wie die Kommission beim heldenhaften Unsinns-Kampf gegen die Zeitumstellung), während die großen Probleme ungelöst liegen bleiben (etwa bei den EU-Regierungen, die sich nicht auf einen Ausbau von Frontex einigen können).

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