Fitness-Check für den "Wiener Rathausmann"

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Standpunkt Marian Smetana

Gerade im oberflächlichen Internet-Zeitalter empfiehlt es sich, Meldungen mit der notwendigen Sorgfalt zu lesen. Sonst sind Missverständnisse programmiert. Am Wochenende schickte etwa die Stadt Wien aus, dass im Rathaus ein Fitness-Check anstand. "Herren ab einem gewissen Alter sollten regelmäßig zum Gesundheits-Check. Der ist umso wichtiger, wenn die Person einen harten Job hat", heißt es zum Beginn. Muss man sich Sorgen um den Wiener Bürgermeister machen? Und das nach einem Jahr im Amt? Weiter heißt es: "Diagnose: Es geht ihm gut." Das klingt nicht euphorisch, aber gut. Die Politik ist ja bekanntlich auch "ka Lercherl", wie der Wiener sagen würde.

Wenige Zeilen weiter unten dann die Erleichterung. Das Innengerüst sei einwandfrei, auch an der Außenhaut gebe es praktisch keine Schäden. Und spätestens bei der Feststellung, dass für die Befundung zwei Techniker "den Rathausmann mit Sonde und Spezialkamera ausleuchteten", wird auch dem oberflächlichen Leser klar, dass es sich eigentlich um die Kupferfigur auf dem Dach des Wiener Rathauses handelt. Hoffentlich zumindest.


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