Innenpolitik

Strache sieht Kontenöffnung gelassen

Der ehemalige FPÖ-Obmann und Spitzenkandidat seiner eigenen Liste bei der Wien-Wahl, Heinz-Christian Strache, sieht die ihm drohende Kontenöffnung im Zuge der Spesen-Affäre gelassen. Dies sei "etwas, das ich jederzeit transparent zur Verfügung stelle", sagte er am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Einmal mehr beteuerte Strache in allen Causen seine Unschuld.

Heinz-Christian Strache. SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Heinz-Christian Strache.

"Ich glaube, das was ich hier erlebt habe, hat überhaupt kein Politiker in der Zweiten Republik erlebt", meinte Strache über die Zeit nach Veröffentlichung des Ibiza-Videos. Noch immer vermutet er dahinter einen "Prozess, der offenbar über Jahre lang von krimineller Organisation geplant gewesen ist", denn: "Man will offenbar nachhaltig jemanden auf dem politischen Parkett loswerden."

So habe es zum einen bekanntlich genehmigte Ausgaben durch die FPÖ Wien gegeben. Die Vorwürfe der Staatsanwalt, Strache habe auch private Ausgaben via Scheinrechnungen decken lassen, bestritt er ein weiteres Mal. So habe er etwa Nachhilfekosten für seine Kinder selbst gezahlt. Strache vermutet vielmehr ehemalige Mitarbeiter hinter den ihm vorgeworfenen Vorgängen.

"Gott sei Dank" gibt es laut Strache nun auch die vollständige Transkription des Ibiza-Videos, habe man zuerst doch nur einen "manipulativen Zusammenschnitt" von "sogenannten investigativen Journalisten aus dem Ausland" gehabt. Nach wie vor sieht sich Strache durch die Aufnahme "rehabilitiert". Sichtbar werde hingegen immer mehr, "dass über das Ausland eine gut funktionierende Regierung weggesprengt worden ist".

In Sachen Coronakrise vertritt Strache weiterhin seine ganz eigene Sicht: So meint er - entgegen anderer Zahlen -, dass fast alle der positiv getesteten Personen keine Symptome aufwiesen, außerdem kann er weiterhin keine Pandemie erkennen. Seiner Meinung nach würden auch "anerkannte Experten" als sogenannte "Covidioten" dargestellt. Die türkis-grüne Regierung in Österreich betreibe eine "überzogene Angst- und Panikmache", meint der frühere Vizekanzler.

Dass eine Kandidatin des Team HC Strache für die Wien-Wahl antisemitische Parolen skandiert hatte, stört den EX-FPÖ-Chef nicht. Er habe eine "Dame" vernommen, die als "Bürgerrechtlerin eine coronakritische Demonstration organisiert hat", meinte er dazu. Wenn es heißt "Rothschild muss weg" oder "Rockefeller muss weg", handle es sich dabei auch um "Kapitalismus-Kritik". Dies geschehe unabhängig von der Religion: "Das ist kein Antisemitismus."

Dass sein Team HC Strache den Einzug in den Wiener Gemeinderat nicht schafft, glaubt dessen Spitzenkandidat nicht. Ebenso wenig daran, dass es zu Anklagen in den ihn betreffenden Causen kommen werde.

Quelle: APA

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