Innenpolitik

Stronach muss Schweizer Steuerverhältnisse offenlegen

Die Schweiz leistet in Sachen der Steuerverhältnisse des austro-kanadischen Milliardärs und Ex-Politikers Frank Stronach einem Schweizer Medienbericht zufolge Rechtshilfe an Österreich. Es bestehe der Verdacht, dass Stronach hierzulande sein "Welteinkommen" nicht vollständig deklariert habe, heißt es laut "Handelszeitung" in einem jüngst ergangenen Urteil des Bundesverwaltungsgerichts St. Gallen.

Stronach war zu keiner Stellungnahme bereit.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Stronach war zu keiner Stellungnahme bereit.

Nun muss der Gründer des Autozulieferers Magna seine Steuerverhältnisse in der Eidgenossenschaft offenlegen: Man wolle "eine korrekte Besteuerung in den Jahren 2012 bis 2014 sicherstellen", schreibt die Zeitung am Mittwoch im Internet. Der Ex-Magna-Chef und -Aufsichtsrat beriet das Unternehmen noch bis 2014. Laut dem Bericht erhielt er dafür Honorare, die über eine Firma im Schweizer Kanton Zug abgerechnet worden seien. Das St. Galler Bundesverwaltungsgericht (BVG) entschied jedenfalls, dass die Eidgenössische Steuerverwaltung ihren österreichischen Kollegen Rechtshilfe in Sachen Stronach leisten darf.

Die österreichischen Steuerfahnder haben neben Stronach als natürlicher Person auch seine Zuger Gesellschaft namens Stronach & Co im Visier, schreibt die "Handelszeitung". Im Wesentlichen geht es demnach um den Steuerstatus der Kommanditgesellschaft, über die laut dem BVG-Urteil ein großer Teil an Provisionen und Management-Fees des Magna-Konzerns an Stronach persönlich geflossen sein soll.

Ein Magna-Sprecher wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern, so das Blatt. Stronach-Anwälte ließen eine Anfrage der "Handelszeitung" unbeantwortet. Eine Stronach-Sprecherin war Mittwochnachmittag kurzfristig für die APA nicht erreichbar. Stronach bleibt nach dem vorliegenden BVG-Urteil der Weiterzug ans Bundesgericht in Lausanne.

Als Stronach im Wahlkampf 2013 als Parteigründer des Team Stronach auftrat, das er inzwischen nicht mehr finanziell unterstützt, war er den Vorwürfen der politischen Konkurrenz, er sei ein Steuerflüchtling und zahle in Österreich zu wenig Steuern, entgegengetreten: Er gab an, zwischen 1998 und August 2013 knapp 19 Mio. Euro Steuern gezahlt zu haben. "Ich habe nie ein Problem das offenzulegen, was ich in Österreich verdiene und wie viel Steuern ich in Österreich zahle", sagte Stronach Ende August 2013.

Seit der Aufnahme seiner Aktivitäten in Österreich 1998 hat Stronachs Einkommen laut seinen eigenen Angaben etwa 38 Mio. Euro betragen, was bei einem Steuersatz von 50 Prozent knapp 19 Mio. Euro Steuern ergebe (pro Jahr rund 1,2 Mio.). Die Journalisten erhielten nach der damaligen Pressekonferenz ein notariell beglaubigtes Schreiben, in dem aufgrund einer Einsichtnahme über FinanzOnline in Stronachs Steuerkonto bestätigt wird, dass zwischen 2006 und 20. August 2013 knapp zehn Mio. Euro Einkommenssteuer an das Finanzamt Baden/Mödling geleistet wurden.

(APA)

Aufgerufen am 22.06.2018 um 10:29 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/stronach-muss-schweizer-steuerverhaeltnisse-offenlegen-328252

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