Innenpolitik

Studenten schränkten Studienaktivitäten ein

Die Studenten haben nach der Schließung der Hochschulen in Österreich ihre studienbezogenen Aktivitäten eingeschränkt. Vor der Coronakrise haben sie laut einer Studie der Universität Wien im Schnitt wöchentlich etwa 32 Stunden dafür aufgewendet, mittlerweile sind es nur mehr 24. Nur sieben Prozent gaben an, sehr oder ziemlich erfolgreich bei der Bewältigung des Studiums im Home-Learning zu sein.

Für die Studie "Lernen unter Covid-19-Bedingungen" wertete ein Forschungsteam der Fakultät für Psychologie um Barbara Schober, Marko Lüftenegger und Christiane Spiel Fragebögen von 2.559 Studenten zwischen 18 und 71 Jahren aus - knapp 90 Prozent der Teilnehmer waren dabei zwischen 18 und 31 Jahren. Durchgeführt wurde die Befragung zwischen Anfang April und 24. April mittels Online-Fragebogen. Teilgenommen haben vor allem Uni-Studenten (70 Prozent) und vor allem Frauen (71 Prozent). Einschränkung: Die Stichprobe ist etwa aufgrund der Geschlechterverteilung nicht repräsentativ.

Den geringen Prozentsatz der Studenten, die sich als erfolgreich bei der Studienbewältigung per Home-Learning bezeichnen, erklärt sich Spiel unter anderem mit der Ungewissheit über Prüfungen. "Es macht Probleme, wenn man nicht weiß, was mit den Prüfungen ist", so Spiel zur APA. "Dazu kommt, dass viele aus den Unterlagen lernen und kaum Kontakt zu Lehrenden oder anderen Studierenden haben. Vielfach gibt es auch kein Videostreaming - das liegt daran, dass auch die Lehrenden Zeit gebraucht haben, um sich umzustellen."

Dazu käme noch eine hohe Heterogenität in Abhängigkeit vom Studium. "Wer Chemie studiert und auf ein Labor angewiesen ist, kommt nicht weiter. Es gibt Fächer, die faktisch nichts machen können", so Spiel. Eine genaue Analyse nach Studiengruppen habe man aber noch nicht vornehmen können. Eine Risikogruppe von etwa 16 Prozent gab außerdem an, gröbere Probleme dabei zu haben, Anforderungen zu bewältigen und Fortschritte beim Lernen zu machen.

Als Problem orteten die Studenten vor allem die fehlende Planbarkeit der kommenden Monate. Die Unklarheit über Zeitpunkt und Form von Prüfungen führt laut der Studie auch zu Motivationsproblemen, gleiches gilt für den fehlenden Austausch mit Lehrenden wie Kommilitonen. Umgekehrt berichteten viele Studenten von Zuwächsen in der Selbstorganisation, verbessertem Zeitmanagement und einem besseren Verständnis der Inhalte durch die selbstständige Erarbeitung. Rund 40 Prozent gaben an, fixe tägliche Lernzeiten einzuhalten.

Von den Lehrenden wünschen sich die Studenten mehr Video- und Audioaufzeichnungen. Außerdem sollten Art und Zeitpunkt von Prüfungen geklärt werden. In einer zweiten Befragungswelle (bis 11. Mai) wollen die Wissenschafter nun herausfinden, ob sich seit Beginn des Home Learnings etwas verändert hat.

Quelle: APA

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