Innenpolitik

Tempo 140: Zeitungsanzeige ohne Gurt beschäftigt Liste Pilz

Die Liste Pilz stößt sich an einer Annonce des Verkehrsministeriums, um das Pilotprojekt Tempo 140 auf Autobahnen zu bewerben. In der Gratiszeitung "Heute" war am Mittwoch auf einem Foto ein Mann am Steuer seines Autos zu sehen, der nicht angegurtet ist. Klubobmann Wolfgang Zinggl hat nun eine entsprechende parlamentarische Anfrage an Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) gestellt.

Das Pilotprojekt Tempo 140 ist nicht unumstritten SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Das Pilotprojekt Tempo 140 ist nicht unumstritten

Bei dem Bild, das zur ganzseitigen bezahlten Anzeige des Ministeriums gehört, handelt es sich um ein sogenanntes Stock-Foto einer Agentur. Der Mann fährt darauf einhändig, den Ellenbogen beim offenen Fenster hinausragend, offensichtlich mit der neuen Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h.

Die Auswahl stößt Zinggl auch im Gespräch mit der APA auf, denn: "'Warum angurten? Bei einem Aufprall kann ich mich eh am Lenkrad abstützen', ist laut Homepage des Ministeriums das häufigste Argument gegen die Gurtenpflicht. Mit volksnaher Werbung hat der Verkehrsminister Erfahrung", so der Klubchef der Oppositionspartei.

Die Liste Pilz will in der Anfrage außerdem wissen, wie viel die Anzeige gekostet hat und welchen Sinn eine Bewerbung der neuen Höchstgeschwindigkeit überhaupt verfolgt. Und: "Welche Auswirkungen auf das Fahrverhalten der AutofahrerInnen erhofft man sich durch das Abbilden solcher Fahrstile in Sicherheitswerbeeinschaltungen des Verkehrsministeriums?"

Nicht zuletzt befürchtet die Liste Pilz in ihrer parlamentarischen Anfrage, das Foto könnte weitere politische Pläne von Verkehrsminister aufdecken: "Ist, um die magere Zeitersparnis mit einem anderen Argument aufzufetten, auch eine Abschaffung der allgemeinen Sicherheitsgurtpflicht angedacht?"

Quelle: APA

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