Innenpolitik

Umbau in der ÖVP: Werner Amon will in neuem Job "überraschen"

"Es geht darum, dass wir den Menschen deutlich machen, wofür es diese Volkspartei braucht", sagt der neue ÖVP-Generalsekretär.

Der neue ÖVP-Generalsekretär Werner Amon will in seinem neuen Job "überraschen". Konkret gehe es in seiner neuen Aufgabe darum, den Menschen deutlich zu machen, "wofür es diese Volkspartei braucht". Die Bündestruktur der Partei will Amon nicht auflösen. Er wurde in der Vorstandssitzung am Sonntagabend auch zum Mediensprecher gewählt, hieß es bei der Pressekonferenz Montagmittag.

Parteiobmann Reinhold Mitterlehner habe ihn beauftragt, die Zusammenarbeit von Regierungsteam, Parlamentsklub und Bundespartei zu optimieren: "Es geht darum, dass wir den Menschen deutlich machen, wofür es diese Volkspartei braucht." Es sei wichtig, dass die ÖVP ihrem Namen gerecht werde: "Eine Partei ist kein Selbstzweck, sie ist Mittel zum Zweck." Amon will beim Profil nachschärfen und räumte ein, dass man derlei Aussagen bereits kennt. Er bat daher um etwas Zeit und versprach: "Wir werden Sie überraschen, darauf können Sie sich verlassen."

"Ich freue mich wahnsinnig auf diese Aufgabe"

Für die Entscheidung, den neuen Job zu übernehmen, habe er "ausreichend Zeit" gehabt, sich das gut zu überlegen. Auch sei er "lange genug dabei, um nicht naiv zu sein": "Ich freue mich wahnsinnig auf diese Aufgabe, auf diese spannende Herausforderung. Ich bin überzeugt, dass wir einiges zustande bringen werden."

Grundsätzlich will sich Amon dann zu Wort melden, wenn er dies für nötig hält. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger sei er aber auch Abgeordneter im Parlament und könne diese Plattform nutzen. Von Wadlbeißerei hält er nicht viel: "Ich glaube, dass die Menschen es satt haben, wenn Politiker aus falsch verstandener Aufgabenstellung heraus Dinge nur um des Ablehnens Willen ablehnen." Notwendig sei viel eher eine sachliche Auseinandersetzung und die könne hart sein. Hier appellierte er auch an die Medien, nicht jeden Diskurs als Streit zu bezeichnen. "Es geht nicht um Wadlbeißerei oder um das Kochen irgendwelcher Giftgetränke, sondern um den Sachkonflikt."

Bünde-Struktur hält Amon für "durchaus zeitgemäß"

Die Bünde-Struktur der Partei hält Amon für "durchaus zeitgemäß". Die personelle Ausstattung der Teilorganisationen sei eine "ausgezeichnete Ausgangslage", um ein ordentliches Profil vorzuweisen: "Wir denken nicht daran, uns aufzulösen". Dies bekräftigte auch Mitterlehner. Im Unterschied zu einer Interessensvertretung, die Klientelpolitik mache, gehe es bei der Partei um das gemeinsame Ganze.

Amon räumte ein, dass die Partei durch seine Bestellung nicht jünger oder weiblicher werde, hierfür könne er aber niemandem einen Vorwurf machen. Mitterlehner erklärte, dass über die Listenerstellung der Frauenanteil gehoben werden soll.

"Genau das, was wir jetzt brauchen"

Die Neubesetzung habe sich kurzfristig ergeben, da McDonald in die Privatwirtschaft wechseln wolle, erklärte Mitterlehner die Veränderung. Amon sei ein "politischer Vollprofi", der von 0 auf 100 sofort einsteigen könne. Er erfülle "genau das, was wir jetzt brauchen". Nun müsse die Regierungsarbeit und die Koordinierung in der Partei vorangetrieben werden. Es gelte, "das Angebot der ÖVP noch besser darzustellen".

Amon bedankte sich dann beim Parteiobmann, dass er die neue Aufgabe in dieser "spannenden Zeit" übernehmen darf sowie bei seinem Vorgänger Peter McDonald für die Übergabe der gut organisierten Zentrale: "Ich wünsche ihm für den Wechsel in die Wirtschaft alles erdenklich Gute." Finanzminister Hans Jörg Schelling erklärte beim Verlassen der Parteileitung, er halte die Bestellung Amons für eine "richtige, gute" Entscheidung.

Quelle: APA

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