Innenpolitik

Uni-Zugang: uniko ortet "Verteilungsproblem"

Der geschäftsführende Präsident der Universitätenkonferenz (uniko), Oliver Vitouch, ortet an den Universitäten ein "Verteilungsproblem". "Es geht unabhängig von der Entwicklung der Studierendenzahlen im Gesamten um die Verteilung zwischen den Fächern, die eine sehr ungleiche ist", so Vitouch zur APA.

uniko-Präsident Oliver Vitouch SN/APA/HANS PUNZ
uniko-Präsident Oliver Vitouch

Das gelte auch für die Verteilung zwischen den einzelnen Standorten. "Und dasselbe Problem in Grün haben wir in der Medizin: Wir haben nicht zu wenige Absolventen, sondern dann anschließend eine ungleiche Verteilung in den einzelnen Regionen - Stichwort Landärzte. Bei den Lehrberufen gibt es das übrigens in Hellgrün, wo noch immer Friseuse, Kfz-Mechaniker und Einzelhandelskauffrau dominierend sind - Hunderte andere Berufe sind ungleich weniger nachgefragt."

Dazu komme noch der "paradoxe Effekt bei Aufnahmeverfahren", so Vitouch: "Sobald diese nur angekündigt werden, sinkt die Interessentenzahl völlig unverhältnismäßig. Allein die Ankündigung hat schon einen massiv abschreckenden Effekt, was nicht unbedingt von einer gefestigten Studienwahl zeugt."

Den Unis gehe es darum, entsprechende Betreuungsrelationen sicherzustellen. Deshalb gebe es im Extremfall nur an einer Universität ein Aufnahmeverfahren in einem Fach - etwa in der Chemie an der Uni Wien - und in anderen Fällen flächendeckend in ganz Österreich, etwa in der Medizin und der Psychologie. "Das hat stark mit der Migrationsbewegung durch den Numerus Clausus in Deutschland zu tun." Anderes Beispiel ist die Informatik: Dort gibt es an der Uni Wien und der Technischen Universität (TU) Wien ein Aufnahmeverfahren, während sich die anderen Standorte durchaus mehr Studierende wünschen würden.

Zwecks besserer Planbarkeit will die uniko daher durch eine Studie prognostizieren lassen, wie sich die Anfängerzahlen weiter entwickeln. "Das ist nicht so einfach, weil etwa Demografie, Maturantenzahlen, die Entwicklung des Fachhochschulsektors, Arbeitsmarktsituation und einiges andere eine Rolle spielen", meinte Vitouch. Dazu komme noch, dass die Zahl der Neuinskribierten allein auch kein schlüssiger Indikator sei: "Es geht ja schließlich um die prüfungsaktiv betriebenen Studien und um die Zahl der Absolventen."

Quelle: APA

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