Innenpolitik

Unterschriftensammlung gegen geplantes Kloster im Burgenland

Im burgenländischen St. Andrä am Zicksee regt sich Widerstand gegen den geplanten Bau des ersten griechisch- orthodoxen Klosters Österreichs.

Die Gegner des Projektes sammeln derzeit Unterschriften um eine Volksabstimmung zu erwirken. Kritisiert wird u.a. die befürchtete Geruchsbelästigung durch die im Kloster geplanten Ziegenställe. Die Diözese Eisenstadt spricht von "massiver Stimmungsmache".

329 Unterschriften seien bis 23. Jänner notwendig, bestätigte einer der Gegner, Gerhard Mauersics, einen Bericht des ORF Burgenland. "Über zwei Drittel" habe man bereits zusammen, seit 22. November werde gesammelt. Man treten gegen den Standort, nicht aber gegen das Kloster auf. Er habe das Gefühl, dass "die Mehrheit" der Bevölkerung gegen den Standort sei. Der Bau soll auf einem Grundstück im Besitz der Diözese Eisenstadt errichtet werden.

Mauersics, selbst Anrainer des betroffenen Grundstückes, kritisiert, dass der Bau nicht in die Landschaft passe. Dieser werde samt Aufschüttung rund 15 Meter hoch werden. Außerdem befürchtet er Geruchsbelästigung durch die im Kloster geplanten Ziegenställe.

Die orthodoxen Mönche seien Selbstversorger, dies sei Teil ihrer Lebensweise, bestätigte Dominik Orieschnig, Pressesprecher der Diözese Eisenstadt, die Errichtung von Ställen. Es würde sich jedoch um eine "Mini-Landwirtschaft" handeln. Eine Geruchsbelästigung hält er für unwahrscheinlich.

Orieschnig findet es "sehr bedauerlich", dass nun Unterschriften gesammelt werden, besonders da es in der Vergangenheit soviel Aufklärungsarbeit gegeben habe. Die Gegner würden in der Gemeinde "gezielt Falschinformationen" verbreiten, seitens der Diözese orte man eine "aggressive Religionsfeindlichkeit".

Es sei sehr darauf Bedacht genommen worden, dass sich der Bau in die Landschaft einfüge. Zudem würde nur ein "Bruchteil" des rund 7,6 Hektar großen Grundstückes verbaut. "Es wird dort kein Kreml gebaut", meinte Orieschnig. Er sei zuversichtlich, dass das Kloster errichtet werden könne. Der Pressesprecher verweist auch auf eine Anfang des Jahres durchgeführte Bürgerbefragung, welche mit 433 zu 398 Stimmen für das Projekt ausgegangen war.

Laut Mauersics könne man von der Bürgerbefragung "halten was man will." Dass diese nur auf vier Tage angesetzt war, sei jedoch "Unfug" gewesen. Für ein Kloster sei das Grundstück in St. Andrä einfach der "falsche Platz". Orieschnig meinte hingegen: "Wer zu Weihnachten Unterschriften gegen ein christliches Kloster sammelt, stellt sich selbst ein Zeugnis aus."

Quelle: APA

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