Innenpolitik

Verteilung der Flüchtlinge stark Wien-lastig

Die Verteilung der Flüchtlinge in Österreich ist unausgewogen. Das zeigen aktuelle Daten zur Grundversorgung von Asylsuchenden. Demnach erfüllt nur Wien die vorgegebene Quote - und das gleich zu 160 Prozent. Insgesamt beziehen derzeit 51.109 Personen Grundversorgung, die Wohn- und Verpflegungskosten von Asylwerbern, subsidiär Schutzbedürftigen und frisch anerkannten Asylberechtigten abdecken soll.

Nur Wien erfüllt die Quote bei der Grundversorgung SN/APA (Symbolbild)/HELMUT FOHRINGE
Nur Wien erfüllt die Quote bei der Grundversorgung

Dieser Wert liegt deutlich unter dem der vergangenen Jahre. Zum Vergleich: 2016 war man bei rund 90.000 Fällen gelegen. Mehr als ein Drittel der Grundversorgten, konkret 17.598 Personen, lebt in Wien. Außer der Bundeshauptstadt erreicht nur noch Oberösterreich annähernd die Zielvorgabe, nämlich zu 99,9 Prozent.

Alle anderen Länder liegen teils deutlich darunter. Immerhin noch fast 90 Prozent schaffen Tirol und Vorarlberg mit 86,3 bzw. 87 Prozent. Schon ziemlich schlecht schaut es in der Steiermark mit 81,5 Prozent aus. Noch weiter von der Quotenerfüllung entfernt sind das Burgenland (77,8) sowie Kärnten, Salzburg und Niederösterreich jeweils mit gut 74 Prozent.

Was die Herkunftsländer angeht, sind Afghanen mit Abstand stärkste Nation in der Grundversorgung. 21.905 Afghanen beziehen aktuell die entsprechende Leistung. Mit deutlichem Abstand folgen Iraker (7.441) und Syrer (3.495).

Dass es deutlich mehr Afghanen in der Grundversorgung gibt als Syrer, obwohl diese die Asylantragsstatistik klar anführen, hängt unter anderem damit zusammen, dass erstere besonders häufig subsidiären Schutz erhalten und damit weiter Grundversorgung beziehen können. Auch haben Afghanen eine längere Verfahrensdauer als Syrer.

Was den Vergleich der Leistungsbezieher insgesamt angeht, waren diese vor genau einem Jahr 70.293, also rund 20.000 Personen mehr als aktuell. Da Wien als einziges Land trotz auch dort sinkender Zahlen die Quote übererfüllt, werden der Bundeshauptstadt derzeit keine Personen in die Grundversorgung zugewiesen.

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