Innenpolitik

EU-Wahl: Vilimsky attackiert in Salzburg Karas und Schieder

Zum Auftakt des EU-Wahlkampfs teilte der freiheitliche Spitzenkandidat Harald Vilimsky bei seinem Auftritt in Salzburg am Sonntag unerwartet schaumgebremst gegen seine Hauptgegner, Othmar Karas von der ÖVP und Andreas Schieder von der SPÖ, aus. Die FPÖ sei die einzige Kraft, die auf "mehr Rot-Weiß-Rot und weniger Europa" setze, betonte Vilimsky.

Für freiheitliche Maßstäbe waren die Verbalattacken des FPÖ-Spitzenkandidaten Harald Vilimsky geradezu maßvoll. Zwar musste natürlich der scheidende EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker als Feindbild herhalten ("Er benimmt sich oft, dass man sich schämen muss als Europäer"), doch dann kam der 52-jährige FPÖ-Generalsekretär rasch auf ÖVP-Spitzenmann Othmar Karas zu sprechen. Der sei "weniger Politiker als Pfarrer", attestierte ihm Vilimsky und richtete ihm aus: "Wir brauchen nicht mehr Europa, sondern mehr Rot-Weiß-Rot". Karas habe sogar gegen die Indexierung der Familienbeihilfe für im Ausland lebende Kinder sowie gegen die Nichtunterzeichnung des UN-Migrationspakts gewettert, rief der FPÖ-Mandatar den Parteigängern in Erinnerung.

Andreas Schieder, SPÖ-Spitzenkandidat für die Europawahl am 26. Mai, bekam natürlich ebenfalls sein Fett ab (Vilimsky: "Er hat laut 'Krone' den Charme eines Salzherings, aber das ist derzeit auch nicht aktuell"). Schieder "hat inhaltlich nichts zu melden, legt aber immer dieselbe Platte auf", erklärte der FPÖ-Spitzenkandidat. Das sei sogar bei dessen Kritik an internationalen Konzernen unglaubwürdig. In Anspielung auf Schieders Lebensgefährtin Sonja Wehsely, die als Gesundheitsstadträtin in Wien ausschied und zu Siemens wechselte, sagte Vilimsky: "Siemens ist ein politisches Gut Aiderbichl", denn "die SPÖ schickt ihre ausrangierten Leute dorthin".

Die anderen drei Listen (Grüne, Neos, Jetzt) und deren Spitzenleute erwähnte Vilimsky gar nicht, denn "die sind so klein", wie er sagte.

Svazek: "Harald, hau eini!"

Den Auftakt hatte zuvor FPÖ-Landesparteichefin Marlene Svazek bestritten. Sie lobte Vilimsky so: "Er ist der einzige, der seine Staatsbürgerschaft nicht abgibt, wenn er nach Brüssel oder Straßburg fährt." Svazek, die ihre politische Karriere im Büro von Vilimsky in Brüssel 2015 begonnen hatte, erzählte über ihren früheren Chef, dass der immer am besten gewusst habe, was er in einer Debatte zu sagen hat. Da habe als Aufforderung "Hau eini, Harald!" gereicht. Nach einiger Medienschelte überließ die Landesparteichefin dem Hauptredner mit ebendiesen Worten die Bühne.

Der Besuch im Festzelt beim Kuglhof war wohl auch wegen des kühlen, nicht sehr freundlichen Wetters, nicht gerade berauschend: Knapp 200 Menschen kamen zu der Veranstaltung.

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