Innenpolitik

Waffenverbot gegen "Identitären"-Chef nach Akademikerball

Die Polizei hat am Samstag über den Einsatz beim von der FPÖ ausgerichteten Akademikerball Bilanz gezogen. Es kam dabei zu 97 Identitätsfeststellungen und 35 Verwaltungsanzeigen. Festnahme gab es keine. Gegen den Chef der "Identitären Bewegung" wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Anders als angekündigt, fehlte FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache krankheitsbedingt beim Ball.

IBÖ-Chef Martin Sellner.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
IBÖ-Chef Martin Sellner.

Die Demo gegen den Akademikerball am Freitagabend mit rund 2.800 Teilnehmern verlief ruhig, es kam laut Polizei zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Nach Ende der Kundgebungen gab es noch vereinzelt etwa Sitzblockaden von Demonstranten. Im Laufe des Abends wurden dann insgesamt 97 Personendaten ermittelt und 35 Verwaltungsanzeigen erstattet. Nach einem tätlichen Angriff auf einen Polizisten beim Stephansplatz wurde eine Person strafrechtlich angezeigt.

Kurz vor 22.30 Uhr feuerte dann ein Mann bei der U-Bahnstation Schottentor zwei Schüsse aus einer Pfefferspraypistole ab. Wie sich herausstellte, handelte es dabei um den Chef der rechtsextremen "Identitären Bewegung Österreich", Martin Sellner. Laut seinen Angaben habe er sich gegen einen Angriff mehrerer unbekannter Täter "aus der linken Szene" schützen wollen. Verletzt wurde er nicht, hieß es in der Aussendung der Polizei. Gegen ihn wurde jedenfalls ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Es wurden auch Ermittlungen wegen Verdachts der gegenseitigen Körperverletzung eingeleitet.

Das Nachrichtenmagazin "profil" berichtet unterdessen, dass der Dritte Nationalratspräsident und gescheiterte FPÖ-Bundespräsidentschaftskandidat Norbert Hofer seine Ballkarte für den Ball über das Parlament abgerechnet habe. Hofer buchte eine Goldloge mit fünf Plätzen um insgesamt 1.000 Euro, das gehe aus einer Spesenabrechnung Hofers hervor. Seitens der FPÖ war am Samstagvormittag für die APA vorerst niemand erreichbar. Gegenüber dem Magazin erklärte ein Sprecher Hofers, die Verrechnung von Repräsentationsausgaben erfolge "nach strikten Richtlinien des Parlaments".

Doch nicht am Ball war übrigens entgegen einer Ankündigung FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache. Er musste krankheitsbedingt absagen, ließ er auf seiner Facebook-Seite wissen.

Quelle: APA

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