Innenpolitik

Wahldiskussion: Applaus für die Kabel-Kämpfer

SN-Wahldiskussion im Hofbräu Kaltenhausen in Hallein: Der Widerstand gegen die 380-kV-Freileitung ist im Tennengau ungebrochen. Rückenwind gibt es von FPÖ, Grünen und dem Team Stronach.

Die Gegner der 380-kV-Freileitung im Tennengau denken nicht daran aufzugeben - sie kämpfen weiter für ein Erdkabel. Das machten sie bei der SN-Wahldiskussion im Hofbräu Kaltenhausen in Hallein klar. Beim Publikum ernteten sie dafür Applaus und zustimmende Bravo-Rufe. Das Rupertigwölb war Montagabend bis auf den letzten Platz gefüllt, leider konnten nicht mehr alle Interessierten eingelassen werden.

Beistand für die Kabel-Kämpfer kam von FPÖ, Grünen und Team Stronach. FPÖ-Obmann Karl Schnell sagte, der Verbund sollte in der Lage sein, die Verkabelung umzusetzen. Regierung, Landtag und Projektgegner sollten gemeinsam nach Wien fahren, "um denen die Wadl vire zu richten".

In die gleiche Kerbe schlug Team-Stronach-Kandidat Hans Mayr - würden alle gemeinsam auftreten, könnte man etwas erreichen. "Wir setzen die Schönheit dieses Landes mit einer Freileitung aufs Spiel."

Grünen-Chefin Astrid Rössler kritisierte, die Landesregierung habe verabsäumt, den Betroffenen im UVP-Verfahren rechtliche Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Es gehe im Verfahren auch darum, das öffentliche Interesse zu stützen - und da habe die Regierung sehr wohl Einfluss.

LH-Stv. Wilfried Haslauer (ÖVP) sagte, er verstehe jeden, der sich gegen die Freileitung wehre, weil er betroffen sei. "Aber wir können dem Verbund nicht vorschreiben, was sie einreichen." Er teilt aber die Ansicht der Kabel-Kämpfer, dass eine moderne Technik möglich sein müsste. Haslauer tritt für eine Teststrecke ein. Dieses Ziel verfolgt auch Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) - "dafür sollte jetzt im UVP-Verfahren Überzeugungsarbeit geleistet werden. Wir sollten alle unsere Kräfte bündeln". Von Populismus halte sie nichts.

Neben dem beherrschenden 380-kV-Thema und auch dem Protest gegen die Tauerngasleitung hatten nur mehr wenige Themen Platz. Am Herzen liegen den Tennengauern ein attraktiverer öffentlicher Verkehr und leistbares Wohnen. Beim Wohnen zogen alle Parteienvertreter an einem Strang. Abhilfe schaffen sollen etwa eine gezielte Raumordnungspolitik, Nachverdichtung und Wohnbeihilfe für junge Familien.

Quelle: (sn-pab).

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