Innenpolitik

Wahlkampftöne beim Wiener Erntedankfest im Augarten

Bei lauen Temperaturen ist an diesem Wochenende das Wiener Erntedankfest über die Bühne gegangen. Die bäuerliche Leistungsschau fand heuer zum zweiten Mal im Augarten statt - nachdem jahrelang der Heldenplatz als Veranstaltungsort gedient hatte. Bei der Veranstaltung traten am Sonntag auch mehrere ÖVP-Minister sowie Parteichef Sebastian Kurz auf - und schlugen Wahlkampftöne an.

Die Österreichische Jungbauernschaft als Gastgeber.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Die Österreichische Jungbauernschaft als Gastgeber.

Unter dem Motto "Von daheim schmeckt's am besten" präsentierten Bauern, Winzer und Forstwirte ihre Betriebe und Produkte. Das Programm des zweitägigen Events, das von den Österreichischen Jungbauern organisiert wird, reichte von einer Trachtenmodenschau über Blasmusikkonzerte hin zu Darbietungen von Volkstanzgruppen. Publikumsmagnet war wie jedes Jahr auch der Umzug der festlich geschmückten Erntewägen.

"Es ist wirklich atemberaubend, dass heute so viele da sind und man merkt das auch an der Stimmung", fand Veranstalter und Jungbauern-Obmann Stefan Kast. Zehntausende Gäste fanden sich laut Jungbauern-Generalsekretär David Süß am Wochenende im Augarten ein. "Die Bilanz ist sehr positiv, es sind deutlich mehr Besucher als letztes Jahr", sagte er zur APA.

Im Anschluss an die Segnung der Erntefrüchte am Sonntagnachmittag traten mehrere ÖVP-Politiker auf der Festbühne auf und nutzten die Gelegenheit - gut einen Monat vor der Nationalratswahl - für Wahlkampftöne. "Wir sind die einzigen, die ein Programm haben für den ländlichen Raum", zeigte sich etwa Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter überzeugt.

Kurz, der sich ebenfalls für die Stärkung des ländlichen Raums aussprach, ging auch auf den "neuen Stil der ÖVP" ein: "Das Wichtigste ist, dass wir nicht dabei sein wollen beim Schönreden von Problemen", meinte er. Es gebe Fehlentwicklungen, "wie zum Beispiel die ungesteuerte Migration", die es anzupacken gelte.

Der Wiener Parteiobmann Gernot Blümel wandte sich in seiner Ansprache gegen die rot-grüne Stadtregierung: "Leider Gottes haben es die Bauern und Bäuerinnen in Wien nicht immer so leicht unter dieser Stadtregierung, aber sie können sich sicher sein, dass wir sie unterstützen." Auch Familienministerin Sophie Karmasin, Finanzminister Hans Jörg Schelling, Generalsekretärin Elisabeth Köstinger, Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec und Wiens Bauernbundchef Franz Windisch nahmen an der Veranstaltung teil,

Auch in den kommenden Jahren soll das Wiener Erntedankfest wieder im Augarten stattfinden. "Es ist so gut angenommen worden, wir möchten auf jeden Fall hierbleiben", sagte Süß zur APA. Anrainer sowie Vertreter des zweiten Bezirks, darunter die NEOS Leopoldstadt, hatten gegen die Abhaltung der Veranstaltung im Augarten protestiert. Die Jungbauernschaft werde sich "redlich bemühen, weiterhin das Gespräch mit Anrainen und dem Bezirk zu suchen", meinte Süß.

Rupprechter hatte zuvor bereits in seiner Ansprache auf der Festbühne betont, solange er in der Verantwortung sei, "werden wir dieses Fest auch gegen den Widerstand von ein paar Bobos hier in der Region durchsetzen". Der Augarten liegt im Zuständigkeitsbereich der Österreichischen Bundesgärten, einer Dienststelle des Landwirtschaftsministeriums.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte es außerdem Wirbel gegeben, da ein Graffito mit dem antifaschistischen Schriftzug "Never Again" am Flakturm in der Nacht auf Freitag übermalt worden war. Am Sonntag postierten sich Anrainer und Aktivisten deshalb mit Schildern mit dem Schriftzug neben der Bühne, die vor dem Flakturm aufgebaut worden war, und befestigten ein entsprechendes Plakat am Zaun vor dem Turm. "Wir wissen nicht, wer es übermalt hat", betonte Süß im Gespräch mit der APA und sprach von einem "Akt des Vandalismus". Die Burghauptmannschaft habe Anzeige erstattet. Das Banner habe man "natürlich hängen lassen, das passt ja", sagte Süß.

Auch die SPÖ nutzte das Wochenende für den Wahlkampf - um Stimmen geworben wurde unter anderem beim Wiener Feuerwehrfest Am Hof, das am Samstag von Bundeskanzler Christian Kern besucht wurde.

Quelle: APA

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