Wenn Menschenrechtsverletzer über Menschenrechte wachen

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Glosse Andreas Koller

Dem UN-Menschenrechtsrat gehören derzeit Menschenrechtsweltmeister an wie die Demokratische Republik Kongo, die Volksrepublik China, Äthiopien und die Vereinigten Arabischen Emirate. Auch Saudiarabien und Pakistan durften sich bereits mit der Mitgliedschaft im erlauchten Menschenrechtsrat schmücken. Vor diesem Gremium an ganz gewiss lupenreinen Demokratien kündigte die neue UN-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet an, dass sie ein UN-Team nach Österreich entsenden wolle, welches "den Schutz von Einwanderern" überprüfen solle. Nichts dagegen. Und voller Respekt vor Michelle Bachelet, die die Folterkerker Pinochets überlebt hat. Aber man darf schon submissest daran erinnern, dass Österreich in den vergangenen Jahren eine Rekordzahl an Flüchtlingen und Migranten aufgenommen, diese mit Unterkunft, Geld und Sozialleistungen versorgt hat und ihnen ein rechtsstaatliches Asylverfahren zuteil werden lässt. Während etliche der Länder, vor deren Vertreter Frau Bachelet ihre Ankündigung machte, eher zu jenen zählen, die Flüchtlinge produzieren, anstatt sie anständig zu behandeln.

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