Innenpolitik

Wenn zwei streiten und beide recht haben

Erwartungsgemäß ist unmittelbar nach Alexander Van der Bellens Wahlsieg eine Richtungsdiskussion bei den Grünen ausgebrochen. In Kurzfassung: Grünen-Veteran Peter Pilz plädiert für eine kantige, linkspopulistische Wirtshaustisch-Politik, um die Wählergruppe der Verdrossenen nicht exklusiv der FPÖ zu überlassen. Grünen-Chefin Eva Glawischnig lehnt dies verärgert ab, weil es in diesem Land bereits genug Populismus gebe. Das Lustige an dem Streit ist, dass beide recht haben. Pilz hat recht, wenn er die Meinung vertritt, dass die grüne Politik oftmals zu ätherisch und abgehoben daherkommt, Stichwort: Flaniermeilen in Wien. Glawischnig hat recht, wenn sie auf seriöse und konstruktive Sachpolitik setzt, als Voraussetzung dafür, dass es die Grünen endlich in die Bundesregierung schaffen. Wie wär's mit dem Versuch, Massentauglichkeit mit Seriosität zu verknüpfen? Alexander Van der Bellen ist dieweil so weit in die Mitte gerückt, dass die ÖVP neben ihm wie eine Ansammlung atheistischer Linksliberaler wirkt. Dieser Tage ist der Bundespräsident in spe sogar nach Mariazell gepilgert. Er wird wissen, warum.

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