Innenpolitik

Wie geht es für unsere Schüler jetzt weiter?

Die Schule wird anders. Traditionelle Unterrichtsmethoden funktionieren derzeit nicht. Die SN beantworten die drängendsten Fragen.

Bildungsminister Faßmann: „Unterricht geht weiter.“ SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Bildungsminister Faßmann: „Unterricht geht weiter.“

Gibt es weiter Unterricht?
"Die Schule wird geschlossen, der Unterricht geht weiter - in unterschiedlicher Form und Intensität", sagt Bildungsminister Heinz Faßmann. In den Schulen der Sechs- bis 14-Jährigen sollen ab Mittwoch nur mehr jene Kinder anwesend sein, deren Eltern keine häusliche Betreuung organisieren können, oder wenn es aus beruflichen Verpflichtungen (Medizinberufe) nicht anders geregelt werden kann. Die Schulen werden schulautonom für diese Klassen einheitliche Übungshefte erstellen. Die Übungshefte sollen von den Schülern, die daheim bleiben, und jenen, die weiter in die Schulen kommen, bearbeitet werden. Wenn keine digitalen Endgeräte verfügbar sind, "auch ganz traditionell mit Papier und Bleistift". Lehrer sollen die Schüler über E-Mail, Telefon und bestehende Lösungen in Chatgruppen weiter begleiten. Die Schulen sollen grundsätzlich geöffnet bleiben, einen schulautonom organisierten Lehrer-Journaldienst wird es geben.

Wie sollen Oberstufenschüler lernen? Auch in der AHS-Oberstufe, HTL und berufsbildenden Schulen sollen schulautonom für die Schüler, die schon ab Montag nicht mehr zum Unterricht erscheinen dürfen, einheitliche Lernportfolios erstellt werden. Der Bildungsminister verwies auf ein "breites Potpourri" von E-Books, Arbeitsblättern und auf die bis vor Kurzem noch in einer Testphase befindliche Onlineplattform Eduthek. Auf Letzterer stehen derzeit 2600 Lerninhalte zur Verfügung, sie soll aber schon in den nächsten Tagen massiv erweitert werden. Die Lehrer sollen die Schüler aus der Distanz digital begleiten. Auch an den Oberstufen soll es einen Lehrer-Journaldienst geben.

Was ist mit den Schularbeiten? Schularbeiten und Tests, die in den nächsten drei Wochen angesetzt wären, entfallen. Falls sie für die Beurteilung dringend notwendig sind, sollen sie zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden.

Was ist mit der Zentralmatura? Die Zentralmatura wird stattfinden, wenn auch wohl nicht wie geplant von 5. bis 13. Mai. Ob verschoben wird, hängt von der Entwicklung in der nächsten Woche ab. Die Lehrer sollen in der Vorbereitung einen speziellen Fokus auf die Maturanten legen. Im Netz gebe es eine Vielzahl an Matura-Übungsbeispielen zur Vorbereitung. Die unmittelbar anstehende Abnahme der vorwissenschaftlichen Arbeit soll gewährleistet sein. Eine Präsentation soll es aber nur in Kleingruppen geben.

Was ist mit den Kindergärten? Grundsätzlich gilt für Kindergarten- und Krippenkinder das Gleiche wie für die Sechs- bis 14-Jährigen. Für Kinder mit dringendem Betreuungsbedarf stehen die Kindergärten weiter offen. Die Koordination erfolgt über die Länder. Kindergärten erheben derzeit bereits ebenso wie Schulen für die Sechs- bis 14-Jährigen, für welche Kinder dringender Betreuungsbedarf besteht.

Was rät Faßmann den Schülern? "Macht euch keine Sorgen!" Außergewöhnliche Situationen erforderten außergewöhnliche Maßnahmen. "Ihr werdet den Lehrstoff im richtigen Tempo lernen. Wir werden auf eine faire Leistungsbeurteilung achten." Ältere Schüler ermahnte Faßmann dezent: "Nutzt die Zeit! Meidet große Menschenansammlungen, Discos, Party!"

Was bringt die Freistunde? Ab Mittwoch sendet der ORF am Vormittag in der "ORF-1-Freistunde" ein Bildungsangebot für ältere Schüler. Gezeigt werden Dokus, Infobeiträge und Erklärstücke sowie stündlich eine speziell für diese Zielgruppe gestaltete "Zeit im Bild" - die "ZiB Zack".

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