Innenpolitik

Wie hätten Sie 's denn gerne, das Parlament?

Bei der Neugestaltung des Besucherzentrums beschreitet das Parlament ganz neue Wege.

 SN/apa

Herr R. wünscht sich Kurzfilme über die Geschichte des Hauses. Frau T. rät zu Grünpflanzen. Mehrere Teilnehmer schlagen vor, dass immer ein Abgeordneter für Gespräche zur Verfügung stehen sollte.

Diese und viele weitere Ideen sind im Parlament zur Neugestaltung des Besucherzentrums eingetroffen. Auf der Internetseite www.crowdsourcing.parlament.gv.at kann jede und jeder noch bis Ende November Ideen dazu äußern, wie das Besucherzentrum nach dem noch bis 2021 laufenden Umbau des Parlamentsgebäudes aussehen soll. Ziel ist es, dass möglichst viele Bürger in Zukunft das Parlament besuchen und seine Arbeitsweise kennenlernen wollen. Um dieses für die Demokratie wichtige Anliegen durchzusetzen, setzt das Parlament auf Demokratie: Alle Bürger sollen bei der Gestaltung des neuen Besucherzentrums mitreden können. Auf Neudeutsch heißt das "Crowdsourcing". Die eingelangten Ideen werden von einer Jury geprüft, veröffentlicht und dann nach Möglichkeit verwirklicht.

Sehr wünschen würde man das etwa der Idee eines Herrn M., der vorschlägt, im Besucherzentrum des Parlaments Monitore aufzustellen, die Österreichs Eckdaten in Echtzeit anzeigen: die aktuellen Staatsschulden, den Flächenverbrauch, die gefahrenen Radkilometer, die Exportdaten, die Feinstaubbelastung und vieles mehr.

Bedenkenswert ist auch die Anregung von Frau H., die es schockierend findet, dass man die Abgeordneten im Fernsehen meist nur beim Herumsitzen und Nichtstun sieht. Sie empfiehlt daher, im neuen Besucherzentrum die Arbeit der Mandatare umfassend darzustellen.

Ein anderer Teilnehmer schlägt vor, die Besucher des Parlaments sollten auf Computern über aktuelle Fragen abstimmen können. Eine Tirolerin meint, dass sich das Parlament auch jenen öffnen und erklären sollte, die nicht nach Wien reisen können.

Was von all diesen Vorschlägen in die Tat umgesetzt wird, wird man im Jahr 2021 wissen. Dann soll die Sanierung des Parlamentsgebäudes abgeschlossen sein und das neue Besucherzentrum eröffnet werden. Wenn sich das System des "Crowdsourcing" bewährt, soll die entsprechende Internetseite des Parlaments künftig auch von den Ministerien für Aktionen der Bürgerbeteiligung genutzt werden können.

Aufgerufen am 28.09.2020 um 06:58 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/wie-haetten-sie-s-denn-gerne-das-parlament-61296886

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