Innenpolitik

Wiederkehr wird Klubchef der Wiener NEOS

Die Wiener NEOS haben auf Klubebene die Weichen für die Zeit nach dem Wechsel von Beate Meinl-Reisinger ins Parlament gestellt: Mandatar Christoph Wiederkehr wird neuer Klubchef der Hauptstadt-Pinken. Der 28-jährige gebürtige Salzburger, der 2015 in den Wiener Gemeinderat und Landtag einzog, übernimmt die Funktion Ende September. Offen ist, ob Wiederkehr auch Landesparteichef wird.

Wiederkehr übernimmt das Amt im Herbst SN/APA/NEOS Wien
Wiederkehr übernimmt das Amt im Herbst

Wiederkehr ist als Abgeordneter u.a. für die Themen Integration, Bildung und Internationales zuständig. Er wurde kürzlich zudem als Fraktionsvorsitzender in die U-Kommission zum Krankenhaus Nord entsandt. In einem ersten Statement bedankte er sich bei Meinl-Reisinger für das Vertrauen und versprach, die Pinken in Wien weiterhin als Kontrollpartei positionieren zu wollen.

Der designierte Klubobmann und frühere Schulsprecher studierte Rechts- und Politikwissenschaften und arbeitete vor seinem Job als Kommunalpolitiker beim Verfassungsgerichtshof. Sein Vater sei im kommunistischen Ungarn aufgewachsen und allein nach Österreich emigriert, berichtete Wiederkehr am Donnerstag. Daher komme sein Gerechtigkeitssinn und die Meinung, "dass der Staat und die Mächtigen kontrolliert gehören". Neben Kontrolle will der künftige Klubchef auch Integration und Bildung stark besetzen und generell Bürgern in der vorherrschenden Polarisierung zwischen Rot-Grün und Schwarz-Blau eine konstruktive und lösungsorientierte Andockstelle bieten.

Offen ist, ob Wiederkehr Meinl-Reisinger auch als Landessprecher folgt. Die Funktion der Wiener Parteichefin will sie - wie angekündigt - bis spätestens Frühjahr 2019 zurücklegen. Wer zum Zug komme, würden die Parteimitglieder entscheiden, so Meinl-Reisinger. Wiederkehr selbst wollte sich nicht äußern, ob er sich für den Posten interessiert. Realpolitisch betrachtet dürfte aber die Trennung von Partei- und Klubchef kaum zur Debatte stehen.

Die nunmehrige Bundesparteichefin, die im April ihren Vierziger feierte, freute sich jedenfalls über den "Generationenwechsel" in Wien und lobte Wiederkehr als Aufdecker: "Immer, wenn der rot-grüne Filz in Wien Dinge umwickelt hat, hat der Christoph hingeschaut und das an die Öffentlichkeit gebracht." Sie zeigte sich zudem "unendlich stolz" auf das kleine, fünf Mandatare umfassende NEOS-Team in der Hauptstadt. Es sei gelungen, die Pinken als die Kontrollkraft zu etablieren und - anders als "die Blöker und Plärrer von ÖVP und FPÖ" - konstruktive Vorschläge für ein besseres Wien zu machen.

Offiziell muss die Personalie noch vom Klub beschlossen werden. Das geht erst im Herbst, wenn die Fraktion nach dem Wechsel Meinl-Reisingers in den Nationalrat wieder komplett ist. Fix ist, dass Landeskoordinator Thomas Weber in die pinke Abgeordnetenriege aufrückt. Die Bestellung Wiederkehrs sei bei der Klubsitzung am Donnerstag allerdings "einhellig" gefallen, versicherte die scheidende Klubobfrau.

Quelle: APA

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