Innenpolitik

Wien verlängert Ausbildungspaket

Die Stadt Wien und die Sozialpartner haben sich auf eine Verlängerung des sogenannten Qualifikationsplans verständigt. Dabei geht es um Maßnahmen, mehr Menschen in Aus- und Weiterbildung zu bringen und damit deren Berufschancen zu verbessern. SPÖ-Vertreter des Podiums warnten allerdings, dass angedrohte Kürzungen des Bundes für das Arbeitsmarktservice das Maßnahmenpaket gefährden würden.

Das Maßnahmenbündel ist im Wesentlichen die Fortsetzung des 2013 ins Leben gerufenen "Qualifikationsplan 2020", der ob seiner Weiterführung nun "Qualifikationsplan 2030" heißt. Kernpunkte sind etwa die finanzielle Unterstützung für Menschen, die etwa ihren Lehrabschluss nachholen wollen, oder die beispielsweise im Erwachsenenalter eine Zusatzausbildung abseits der Pflichtschule absolvieren möchten.

Das sei im Hinblick auf die Chancen am Arbeitsmarkt auch in Zeiten des Wirtschaftsaufschwungs sehr wichtig, betonte Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) am Mittwoch in einer Pressekonferenz. Zwar gebe es Prognosen, wonach die Beschäftigung in der Stadt bis 2023 um zehn Prozent steige - allerdings: "Für Menschen, die keine Qualifikation haben, geht das Jobangebot weiter zurück."

Weiterer Schwerpunkt des Pakets ist die Finanzierung überbetrieblicher Lehrstellen durch das AMS Wien. Hier kommen Personen unter, die sonst keine Lehrstelle hätten. "Wir wollen nicht, dass Jugendliche ohne Ausbildung im Park herumkugeln", meinte Brauner.

Die Ressortchefin verhehlte zugleich nicht, dass man dabei wie bisher die Unterstützung des Bundes brauche. "Diese Maßnahmen müssen finanziell abgesichert werden", appellierte sie an die schwarz-blaue Regierung. Denn dass die Stadt etwaige Ausfälle kompensiert, das könne es nicht geben: "Es ist sicher nicht möglich, dass die einen sparen und die anderen zahlen."

Neben ÖGB-Chef Erich Foglar warnte auch Arbeiterkammer-Präsident Rudolf Kaske, dass die angedrohten Kürzungen beim AMS beispielsweise die Streichung Hunderter überbetrieblicher Lehrstellenplätze bedeuten würde. Das hätte nicht nur für einzelne Menschen negative Folgen, sondern würde zudem den Fachkräftemangel verschärfen.

Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ) wiederum forderte ein, den Geldtopf für Integrationsmaßnahmen wie etwa die Sprachförderung nicht anzutasten. Sozialstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) warb für die Unterstützung des Qualifikationsplans im Zusammenhang mit der erhofften Reduzierung der Mindestsicherungsbezieher: "Das Sprungtuch aus dem sozialen Netz hinein in den Arbeitsmarkt ist Qualifikation."

Die schwarzen Vertreter am Podium gingen auf die im Raum stehenden Kürzungen durch den Bund nicht ein. Wiens Wirtschaftskammerpräsident Walter Ruck führte den Wirtschaftsstandort ins Treffen. Entstehende Arbeitsplätze müssten auch mit gut qualifiziertem Personal befüllt werden. Wolfgang Hesoun, Chef der Wiener Industriellenvereinigung, betonte: "Selbst in einer Hochkonjunktur ist jemand, der nicht qualifiziert ist, nicht in der Lage, an diesem Hoch teilzunehmen."

Wie viel Geld für alle Maßnahmen über die Jahre hinweg in die Hand genommen wird, lässt sich laut Brauner nicht genau beziffern, verwies sie auf die Komplexität und die vielen Verzahnungen. Eine beispielhafte Zahl gab es dann aber doch. So wurden im laufenden Ausbildungsjahr 2017/18 für die überbetriebliche Lehre in Wien rund 70 Mio. Euro aufgewendet - wovon nur 6,8 Mio. Euro über den Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds aus dem Stadtbudget kamen.

(APA)

Aufgerufen am 23.06.2018 um 09:41 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/wien-verlaengert-ausbildungspaket-25388902

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