Innenpolitik

Wien-Wahlkampf - Strache fordert die Veröffentlichung des Ibiza-Videos

Der frühere FPÖ-Chef und Vizekanzler Heinz Christian Strache hat am Donnerstag einmal mehr die Herausgabe des Ibiza-Videos gefordert. Das "Spiel" um die Aufnahme, die ihm als unmittelbar Betroffenen bis heute nicht gezeigt worden sei, nehme "groteske Züge" an, befand er in einer Pressekonferenz. Er beteuerte erneut, dass die gesamte Aufzeichnung ihn vom Vorwurf der Bestechlichkeit entlasten würde.

Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache feierte in einer Pressekonferenz am Donnerstag den Wahlkampfauftakt für die Wiener Landtagswahl im Oktober. Der Ex-Vizekanzler zeigte sich dabei angriffslustiger denn je.

Strache setzt auf alte Parolen

Eine Studie des Integrationsfonds habe ergeben, dass 70 Prozent der Wiener Bevölkerung der Meinung seien, dass es Parallelgesellschaften in Wien gebe. "Das zeigt, dass ich in der Sache immer recht gehabt habe", erklärte Strache. Er fordere als einziger Politiker seit 2004, dass man diesen Strömungen gegensteuern müsse. Die Demos in Favoriten seien dramatisch gewesen und zeigten, dass "vieles im Argen liegt". Strache fordert: "Wir müssen sicherstellen, dass Österreich kein Einwanderungsland ist." Der Grenzschutz solle verbessert werden. Außerdem wolle Strache die Wohnungsnot und Arbeitslosenrate in Wien senken.

Zudem beteuerte Strache, dass er das "Original" sei und politische Mitbewerber wie etwa Bundeskanzler Sebastian Kurz seine Inhalte übernommen hätten. Er würde die Inhalte im Gegensatz zur ÖVP aber auch in die Tat umsetzen. "Wer HC wählt, weiß, dass er das bekommt, was ich versprochen habe." Auch am Wiener ÖVP-Spitzenkandidaten Gernot Blümel ließ Strache bei seinem Auftritt kein gutes Haar. Er sei in der Coronakrise vor allem durch Pleiten, Pech und Pannen aufgefallen. Außerdem seien ihm keine inhaltlichen Positionen der Wiener ÖVP bekannt.

Strache will Gratisparkpickerl

Neben der Migrationsthematik setze sich Strache im Wahlkampf für den Autoverkehr in Wien ein, wie er am Donnerstag darlegt. So will der Ex-Vizekanzler ein Gratisparkpickerl in Wien umsetzen. Er kritisierte die Wiener Regierungsparteien: "Es muss sich etwas tun. In Wien herrscht nur noch Stau. Das Autoverbot in der Innenstadt ist wirtschaftspolitisch verantwortungslos." Die Grünen seien lernunfähig. Es brauche ein ausgewogenes Verkehrskonzept und ein Miteinander von Rad- und Autofahrern, anstatt die beiden Gruppen gegeneinander auszuspielen.

Von einem Erfolg bei der Wien-Wahl im Oktober ist Strache überzeugt: "Es ist immer schön, als David gegen den Goliath anzutreten. Ich stehe wieder und bin überzeugt, erfolgreich zu sein."

Herausgabe des Ibiza-Videos gefordert

In Zusammenhang mit dem Ibiza-U-Ausschuss forderte der ehemalige FPÖ-Politiker einmal mehr die Herausgabe des Ibiza-Videos. "Als unmittelbar Betroffenem wurde mir das komplette Video bis heute nicht gezeigt", ärgert sich Strache, der festhält: "Bei der Veröffentlichung wurde höchst manipulativ vorgegangen. Ich bin Opfer krimineller Machenschaften geworden." Er wolle dem politischen Rufmord entgegentreten.

Einige Personen hätten die Aufnahme bereits in voller Länge gesehen, gab Strache zu bedenken. Bei der publik gewordenen, "massiv gekürzten" Version sei "höchst manipulativ" vorgegangen worden. "Jene Passagen, nämlich die, die mich von den Vorwürfen der Korruption oder gar der Käuflichkeit entlasten, wurden konsequent herausgeschnitten."

Darum fordere er noch einmal "klar und deutlich" die Herausgabe des Videos: "Damit ich dem politischen Rufmord, der mich mundtot hätte machen sollen, entgegentreten kann." Er habe zigfach darauf hingewiesen, dass mit ihm Korruption "nicht denkbar" sei.

HC-Shop geht online

Christian Höbart, Generalsekretär des Teams HC Strache, verkündete auf der Pressekonferenz zudem die Eröffnung eines "HC-Shops" im Internet. "Über 100 Artikel stehen im Onlineshop zur Auswahl. Wir wollen damit unsere Wählerschaft bedienen", erklärte Höbart.

Quelle: SN

Aufgerufen am 03.08.2020 um 09:09 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/wien-wahlkampf-strache-fordert-die-veroeffentlichung-des-ibiza-videos-90244756

Kommentare

Schlagzeilen