Innenpolitik

Wiener SPÖ: Katzian wendet sich gegen Zurufe

Der Chef der Privatangestellten-Gewerkschaft Wolfgang Katzian, ein Schwergewicht der Wiener SPÖ, gibt seinem Freund Michael Häupl freie Hand, was die anstehende Regierungsumbildung in der Bundeshauptstadt angeht: "Er weiß ganz genau selber, was er tut", meinte er im Gespräch mit der APA nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten des Fußballklubs Wiener Austria.

Katzian gibt Häupl bei Regierungsbildung freie Hand.  SN/APA (Archiv)/GEORG HOCHMUTH
Katzian gibt Häupl bei Regierungsbildung freie Hand.

Wenn der Bürgermeister eine Regierungsumbildung ankündige, dann werde er sie auch entsprechend vorschlagen und umsetzen: "Ich kenne sie noch nicht im Detail, aber so wie ich seine Vorbereitungen für solche Entscheidungen kenne, sind die üblicherweise sehr in Ordnung."

Zuletzt hatten "Standard" und "Kronen Zeitung" spekuliert, dass mit der Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse Ingrid Reischl eine prominente Vertreterin der GPA Sonja Wehsely als Sozial- und Gesundheitsstadträtin folgen könnte. In der "Krone" heißt es sogar, Katzian versuche Häupl zur entsprechenden Personalie zu überreden. Der widerspricht: "Nein, ich habe die Frau Reischl nicht vorgeschlagen."

Die von den Flächenbezirken angefachte Personaldebatte kritisierte der GPA-Chef indirekt: Er glaube, dass es für eine Bewegung, die sehr stark für Geschlossenheit lebe, gut sei, wenn sie Personalfragen innen und nicht öffentlich diskutiere: "Ich gehöre zu jenen, die Diskussionen, insbesondere wenn es um Personalfragen geht, nicht in der Öffentlichkeit führen."

Indes ist Finanzstadträtin Renate Brauner - medial empfangen - von ihrem Kuba-Urlaub zurückgekehrt. Ob sie ihr Amt zurücklegen wird, ließ die langjährige Häupl-Vertraute offen. Brauner ist wie Katzian gegen öffentliche Diskussionen, hätte aber offenbar nichts gegen einen Verbleib: "Jeder der mich kennt, weiß, dass ich mit sehr viel Engagement und Leidenschaft mich hier um die Finanzen kümmere. Natürlich mache ich diesen Job sehr gerne", meinte sie in "Wien Heute".

Brauner könnte im Falle einer größeren Umbildung entweder ganz aus der Stadtpolitik ausscheiden oder auf den Posten des Landtagspräsidenten wechseln. Das Problem dabei ist, dass dieses Amt vom zweiten ganz engen Vertrauten Häupls Harry Kopietz besetzt ist und dieser keinerlei Lust zeigt, auf seine Position zu verzichten.

Quelle: APA

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