Wir haben ein Problem mit der FPÖ

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Standpunkt Andreas Koller

Es war nicht das erste Mal, dass ein FPÖ-Politiker wegen mangelnder Abgrenzung zum braunen Rand zurücktreten musste.

Und jede Wette: Es wird nicht das letzte Mal sein.

Udo Landbauer, Spitzenkandidat der FPÖ bei der niederösterreichischen Landtagswahl, hat aus seiner Verwicklung in die Liederbuchaffäre der "Germania Wiener Neustadt" die Konsequenz gezogen. Freilich nicht aus besserer Einsicht, sondern weil die ÖVP-Landeshauptfrau ihn nicht in ihrer Regierung haben wollte.

Und weil die FPÖ mit ihrem neuerdings als Vizekanzler agierenden Parteichef momentan auf allen Ebenen bemüht ist, ihre Regierungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

In einer solchen Situation will die Partei nicht anstreifen an einen Verein, der Sehnsucht nach der Ermordung einer siebenten Millionen Juden hat und dies in einem Lied zum Ausdruck bringt.

Übrigens ist es völlig belanglos, ob Landbauer den inkriminierten Text kannte oder nicht: Es reicht, dass er Vizeobmann in einer Burschenschaft war, die den Massenmord lustig und erstrebenswert findet. Solange die FPÖ ein Problem mit ihrem braunen Rand hat, hat Österreich ein Problem mit der FPÖ.

Aufgerufen am 24.10.2020 um 10:13 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/wir-haben-ein-problem-mit-der-fpoe-23700343

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