Innenpolitik

Zentralmatura-Aufgaben: Hätten Sie's geschafft?

Auch Kriminalfälle können die Zentralmatura nicht stoppen: Im Fach Latein tritt ein "Plan B" in Kraft, die Französisch-Matura läuft problemlos.

Zentralmatura-Aufgaben: Hätten Sie's geschafft? SN/Copyright by: FRANZ NEUMAYR Pres
Noch bis kommende Woche läuft die schriftliche Zentralmatura.

Es ist die große schulpolitische Neuerung dieses Jahres. Aber der Auftakt der Zentralmatura wird nun von Kriminalfällen überschattet. In einer Salzburger Schule öffneten Diebe das Kuvert mit der Latein-Zentralmatura. Das Ministerium muss auf "Plan B" zurückgreifen. Die Schulen bekommen nun für die Matura, die am kommenden Mittwoch stattfindet, neue Fragen zur Verfügung gestellt.

Unterdessen hat die Französisch-Matura am Freitag offenbar reibungsfrei begonnen. Laut Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) wurden keine fehlenden bzw. unvollständigen Angaben gemeldet. Insgesamt treten rund 2.200 Schüler in diesem Fach an. Das Bifie veröffentlicht derweil nach und nach die Aufgabenstellungen für die bereits absolvierten Fächer. Nach Deutsch und Englisch sind seit Freitag Früh auch die Matura-Aufgaben der Reifeprüfungen aus Spanisch sowie den Volksgruppensprachen Kroatisch, Slowenisch und Ungarisch vom Donnerstag abrufbar. Alle Matura-Dokumente:

Die Englisch-Hörübungen:

"Angstfach Mathe" folgt Mit den Klausuren in Mathematik steht am Montag (11. Mai) praktisch der Höhepunkt der neuen Zentralmatura an den AHS am Programm. In keinem anderen Fach fallen im Regelfall mehr Schüler durch. Im Dezember gab es bei einer Probeschularbeit rund ein Drittel "Nicht Genügend".

An den AHS ist die Mathe-Zentralmatura für alle Schüler gleich und besteht aus zwei Teilen zu je 24 Punkten. Insgesamt dauert sie 270 Minuten. Den ersten Teil bilden 24 sogenannte "Typ-1-Aufgaben", bei denen die Schüler Grundwissen und Grundfertigkeiten "ohne darüber hinausgehende Eigenständigkeit" nachweisen müssen. Die Aufgaben können dabei nur als gelöst (ein Punkt) bzw. nicht gelöst (null Punkte) bewertet werden. Nach 120 Minuten muss das Teil-1-Aufgabenheft abgegeben werden. 16 Punkte sind nötig Der zweite Teil besteht aus vier bis sechs umfangreicheren "Typ-2-Aufgaben" (mit je zwei bis sechs Unteraufgaben), bei denen eine "selbstständige Anwendung von Wissen und Können erforderlich ist". Pro Unteraufgabe können dabei null bis zwei Punkte verteilt werden. Für die Bearbeitung des zweiten Teils stehen 150 Minuten zur Verfügung.

Für ein "Genügend" müssen im ersten Teil zwei Drittel der Aufgaben richtig gelöst, also 16 Punkte erreicht werden - unabhängig von der Punkteanzahl im zweiten Teil. Ausnahme: Im zweiten Teil können noch extra gekennzeichnete sogenannte "Ausgleichspunkte" gesammelt werden, die für den ersten Teil angerechnet werden. Wer also etwa 13 Punkte im ersten Teil und drei "Ausgleichspunkte" im zweiten sammelt, ist ebenfalls noch positiv. Auch Multiple-Choice-Aufgaben Die Aufgaben haben unterschiedliche Formate: Neben offenen Formaten, bei denen einfach die Antwort zu einer Aufgabenstellung ins Aufgabenheft geschrieben wird, gibt es noch Zuordnungsaufgaben (Antwortmöglichkeiten müssen Aussagen zugeordnet werden), Konstruktionsaufgaben (Ergänzung von Punkten, Geraden bzw. Kurven), diverse Multiple-Choice-Formate sowie Lückentexte. Für beide Prüfungsteile dürfen aus dem Unterricht gewohnte technologische Hilfsmittel (z. B. Taschenrechner) und approbierte Formelsammlungen verwendet werden.

Auch manche BHS nehmen im Rahmen von Schulversuchen an der Mathe-Zentralmatura teil. Hier gibt es aber keine einheitlichen Aufgaben, sondern Differenzierungen nach Schultyp (z.B.: HAK, HTL) bzw. sogar innerhalb des Schultyps (etwa innerhalb der HTL in Angewandter Mathematik entsprechend unterschiedlicher Ausbildungsschwerpunkte wie Elektronik oder Maschinenbau).

Aufgerufen am 20.01.2022 um 05:13 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/zentralmatura-aufgaben-haetten-sie39s-geschafft-2501338

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