Innenpolitik

"Zur Zeit" erhielt nun verspätet den Dinghofer-Medienpreis

Die weit rechts stehende Wochenzeitschrift "Zur Zeit" ist nachträglich mit dem Dinghofer-Medienpreis ausgezeichnet worden. Die Preisverleihung war ursprünglich im Oktober Palais Epstein geplant gewesen, das als Parlaments-Außenstelle dient. Zudem widmet die Zeitschrift Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) eine Sondernummer.

Das Wochenblatt beschäftigt sich mit dem Wirken von Herbert Kickl SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Das Wochenblatt beschäftigt sich mit dem Wirken von Herbert Kickl

Nach scharfer Kritik an einem im Blatt erschienenen Text hatte die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller (FPÖ) damals die Auszeichnung abgesagt. Die Verleihung an das FPÖ-nahe Blatt fand laut einem Vorab-Bericht der "Tiroler Tageszeitung" bereits am Montag im "Haus der Heimat" der Landsmannschaften in Wien statt, wie "Zur Zeit"-Herausgeber Andreas Mölzer gegenüber der Zeitung sagte. Verliehen wurde der Preis demnach vom ehemaligen Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) in seiner Funktion als Präsident des Dinghofer-Instituts.

Die Laudatio wurde vom ehemaligen F.A.Z.-Redakteur Reinhard Olt gehalten, der im September als neuer Autor beim rechten Monatsmagazin "alles roger?" vorgestellt wurde. Laut "Tiroler Tageszeitung" würdigte er "Zur Zeit" als "Gegengift gegen die toxische Wirkung" der "Auswirkungen der Political Correctness". Olt ist auch Teil der FPÖ-Historikerkommission, in deren Rahmen er einen Beitrag zur Südtirolpolitik der FPÖ lieferte.

Anlass für die Absage im Palais Epstein im Oktober war ein Artikel mit dem Titel "Mehr Recht, Ruhe und Ordnung im Land! - Was wünscht sich Otto Normalverbraucher?" Darin schlug Autor Lajos Rohonczy zahlreiche Verschärfungen vor, unter anderem die Einführung von "Arbeitshäusern", die "Korrektionsmöglichkeit" im Wachzimmer, das Ende des freien Angebots von "unnötigen Studienrichtungen" und die Säuberung des ORF von "linksextremen Elementen". Später distanzierte sich das Wochenmagazin "vollinhaltlich" von diesem Text, er sei "aus Versehen" ins Blatt gerutscht, hieß es.

In der Sondernummer beschäftigt sich das Wochenblatt mit dem Wirken des Ministers sowie der BVT-Affäre. "Diese Sonderausgabe ist natürlich auch so etwas wie eine Solidaritätsadresse gegenüber dem wohl am heftigsten angefeindeten Minister der neuen Mitte-Rechts-Regierung", heißt es im Editorial. Der Titel der FPÖ-nahen Zeitschrift lautet "Herbert K.: Der Law-&-Order-Minister".

Der ehemalige Chefideologe der Partei und Herausgeber der Zeitschrift Andreas Mölzer begründet die Themensetzung mit der Kritik, die dem Ressortchef entgegenschlage: "Die Legitimität dieser Sonderausgabe ergibt sich allein schon aus der Tatsache, dass sowohl die linke Opposition als auch die politisch-korrekten Mainstream-Medien den Innenminister zum primären Ziel ihrer Attacken gemacht haben, und dies wohl nicht zufällig", schreibt Mölzer.

Kickl sei "zur Symbolfigur dafür geworden, dass diese aus ÖVP und FPÖ gebildete Mitte-Rechts-Regierung tatsächlich gewillt und in der Lage ist, das Land einer wertkonservativen Reform zu unterziehen. Und dafür hat er unsere Unterstützung", so der Gründer des Blattes.

Die Zeitschrift "Zur Zeit" war in der Vergangenheit immer wieder mit Rechtsaußen-Positionen aufgefallen. Zuletzt sorgte ein im Oktober erschienener Artikel für gehörigen Wirbel. Unter dem Titel "Mehr Recht, Ruhe und Ordnung im Land! - Was wünscht sich Otto Normalverbraucher?" schlug Autor Lajos Rohonczy zahlreiche Verschärfungen vor, unter anderem die Einführung von "Arbeitshäusern", die "Korrektionsmöglichkeit" im Wachzimmer, das Ende des freien Angebots von "unnötigen Studienrichtungen" und die Säuberung des ORF von "linksextremen Elementen". Später distanzierte sich das Wochenmagazin "vollinhaltlich" von diesem Text, er sei "aus Versehen" ins Blatt gerutscht.

Quelle: APA

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