Innenpolitik

Zweiklassenmedizin:Gibt es sie oder nicht?

Zweiklassenmedizin:Gibt es sie oder nicht? SN/www.bilderbox.com

Die Forderung von SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger, die Krankenkassen sollten nichts mehr für den Besuch bei Wahlärzten zahlen, hat eine Debatte über Zweiklassenmedizin ausgelöst. Die Regierung bestreitet, dass es sie gibt, Patientenanwalt Gerald Bachinger sieht sie als gegeben an.

Derjenige, der es sich leisten könne, gehe zum Wahlarzt und bekomme die Ausgaben dafür öffentlich subventioniert, sagte Bachinger in einem Radiointerview. Wer es sich nicht leisten könne, zum Wahlarzt zu gehen, werde in eine zweitklassige Versorgung durch Kassenärzte abgedrängt. Die Ärztekammer wies diese Äußerungen scharf zurück.

Ähnlich wie Bachinger hatte Spindelberger argumentiert, war aber sofort von der SPÖ-Spitze zurückgepfiffen worden. Der Grund dafür liegt wohl darin, dass ein Gesundheitssystem ohne Wahlärzte kaum noch vorstellbar ist, wie die Statistik zeigt. Die Anzahl der Ärzte mit Kassenvertrag stagniert, dafür gibt es immer mehr Wahlärzte.

Laut aktuellsten Daten der Ärztekammer blieb die Anzahl der Ärzte mit Kassenverträgen von Gebietskrankenkassen (GKK) sowie "kleinen Kassen" seit 2000 praktisch gleich. Vor 16 Jahren gab es 8203 Ärzte mit Kassenverträgen, im vergangenen Dezember waren es 8252. Auch die Daten des Hauptverbandes zeigen diese Stagnation, weisen allerdings nur die GKK-Ärzte aus: Im Jahr 2000 gab es 6941 GKK-Ärzte in Ordinationen oder Gruppenpraxen. Bis Anfang 2015 stieg die Zahl auf 7215. Verdoppelt hat sich in dieser Zeit die Zahl der Wahlärzte: von 4768 auf 9566.

Quelle: SN, Apa

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