Nationalratswahl 2019 Das Neueste zur Wahl ...
Nationalratswahl 2019

Promis, die das Parlament verlassen

Am Mittwoch findet die letzte Nationalratssitzung vor der Wahl am Sonntag statt. Einige Abgeordnete werden dem nächsten Nationalrat fix nicht mehr angehören, bei manchen steht es Spitz auf Knopf.

Die bevorstehende letzte Nationalratssitzung vor der Wahl am Sonntag wird für eine Reihe von Abgeordneten die letzte ihrer Karriere sein. Den wohl prominentesten Abgang gibt es mit Irmgard Griss bei den Neos, den relativ größten Abgeordnetenschwund bei der Liste Jetzt. Und zwar unabhängig davon, ob sie den Wiedereinzug ins Parlament überhaupt schafft.

Vier der sieben Jetzt-Parlamentarier treten nicht mehr an, allen voran Bruno Rossmann und Wolf- gang Zinggl, wie Listengründer Peter Pilz vormals viele Jahre bei den Grünen. Nicht mehr dabei sind ferner Rechtsanwalt Alfred Noll sowie Stephanie Cox. Bedeutet die Wahl am Sonntag das Aus für die Liste Jetzt, steht auch für Peter Pilz der Abschied bevor. Das würde dann auch für Wegbegleiterin Daniela Holzinger-Vogtenhuber gelten, die früher für die SPÖ im Nationalrat saß. Eine Jetzt-Abgeordnete dürfte aller Voraussicht nach dem nächsten Nationalrat wieder angehören: Alma Zadić, die diesmal an recht prominenter Stelle für die Grünen kandidiert.

Fix vorbei ist es für die derzeit drei wilden Abgeordneten im Nationalrat, Martha Bißmann,Efgani Dönmez und David Lasar. Der jüdische Abgeordnete Lasar trat diesen Juni aus dem blauen Klub aus. Sinngemäße Begründung: Er wolle nicht mehr als Feigenblatt für rechte Provokationen dienen. Der Ex-Grüne Dönmez, der 2017 für die Türkisen ins Rennen gegangen war, wurde im September 2018 nach einem sexistischen Sager aus dem ÖVP-Klub ausgeschlossen. Und Bißmann war schon im Sommer 2018 aus dem Jetzt-Klub ausgeschlossen worden, weil sie ihren Sitz nicht für Pilz räumen wollte. Er drängte damals zurück in den Nationalrat, weil strafrechtlich von den Vorwürfen wegen sexueller Belästigung nichts hängen geblieben war. Überwunden scheint Bißmann die damaligen Querelen bis heute nicht zu haben, jedenfalls nutzte sie vergangenen Donnerstag die Bühne im Hohen Haus, um mit Pilz abzurechnen.

Nicht nur bei der Liste Jetzt verlassen langgediente Parlamentarier das Hohe Haus. Bei der SPÖ sind das etwa Justizsprecher Johannes Jaro- lim, der seit Februar 1997 ohne Unterbrechung im Nationalrat ist. Auch der einstige Staatssekretär und spätere SPÖ-Verfassungssprecher Peter Wittmann kandidiert nach 19 Jahren im Hohen Haus nicht mehr. Bei der FPÖ scheidet mit Anneliese Kitzmüller ebenfalls eine wichtige Mitstreiterin aus, die auch bei den letzten Regierungsverhandlungen mit am Tisch saß. Mehr als zehn Jahre gehörte sie dem Nationalrat an, zuletzt war sie Dritte Nationalratspräsidentin.

Extrem knapp wird es diesmal für den Mathematiker Rudolf Taschner, den ÖVP-Chef Sebastian Kurz vor der letzten Nationalratswahl als einen von vielen prominenten Quereinsteigern aus dem Hut zauberte. Diesmal kandidiert er auf der Bundesliste nur auf Platz 17. Das kann sich fast nicht ausgehen.

Aufgerufen am 23.09.2020 um 07:07 auf https://www.sn.at/politik/nationalratswahl-2019/promis-die-das-parlament-verlassen-76698448

Kommentare

Schlagzeilen