Trump bringt nichts als Stillstand

Trump würde zwar für giftiges Getöse sorgen, für bittere Debatten und hitzigen Streit. Ansonsten aber gäbe es lähmenden Stillstand.

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Politik | Innen- & Außenpolitk Martin Stricker

Er wird eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen, undurchdringlich für Menschen. Zahlen soll dieses obskure Bauwerk Mexiko.

Er wird das amerikanische Militär aufrüsten, dass die Panzerketten krachen. Generäle wird er feuern, dass es nur so raucht.

China wird er in die Schranken weisen, in welche, weiß er nicht, aber das ist auch egal.

Jobs wird er schaffen, Millionen Jobs. Zölle einheben, Handelsverträge kündigen, illegale Einwanderer aus dem Land werfen.

Und dann wird Amerika wieder groß sein.

Der mäßig erfolgreiche Unternehmer Donald Trump ist, trotz besonderer Auffälligkeit, im Grunde ein weltweit erkennbarer Typus auf dem diplomatischen Parkett. Groß im Ego, bombastisch im Versprechen, die Nation allein durch die Kraft seiner Person zu erlösen, aber klein in der Politik.

Silvio Berlusconi in Italien ist ein Seelenverwandter, auch Wladimir Putin in Russland oder die führenden Brexiteer-Männer in Großbritannien.

Selbst wenn sie autoritär regieren wie Putin, bringen sie üblicherweise wenig zustande. Russland ist in militärische Abenteuer verstrickt, seine Bevölkerung verarmt, während sich die Eliten in einem selbstgenügsamen Kapitalismus bereichern. Das Land wird eine Karikatur des einstigen Sowjetreiches.

Was wird geschehen, wenn Trump Präsident der USA wird, der einzigen Supermacht?

Wahrscheinlich wenig. Der Amateur wird im eigenen Land und draußen in der Welt auf hartgesottene Vollprofis treffen, die durch markige Sprüche kaum zu beeindrucken sind. Weder Chinas KP noch die EU und nebenbei auch nicht Putin werden nach Trumps Pfeife tanzen. In Washington wird der mächtige Kongress bestimmen, wofür der Präsident Geld bekommt und was er wie und ob und wann umsetzen kann.

Trump würde zwar weiterhin für giftiges Getöse sorgen, für bittere Debatten und hitzigen Streit. Ansonsten aber gäbe es lähmenden Stillstand.

Es wären vier verlorene Jahre. Für Amerika und die Welt.

Aufgerufen am 14.11.2018 um 07:25 auf https://www.sn.at/politik/trump-bringt-nichts-als-stillstand-1076425

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