Votum für das kleinere Übel

Die Mexikaner haben am Sonntag mit deutlicher Mehrheit für die Vergangenheit gestimmt, um eine bessere Zukunft zu haben.

Politik | Innen- & Außenpolitk Klaus Ehringfeld

Nun kommen mit der Partei der Institutionalisierten Revolution (PRI) diejenigen zurück, die Mexiko schon einmal 71 Jahre lang regiert haben.Was paradox klingt, ist eine logische Konsequenz aus den vergangenen knapp sechs Jahren: Die konservative Regierungspartei PAN ist mit fast all ihren Projekten gescheitert und mit voller Berechtigung abgewählt worden.

Mit der PRI verbinden sich wohl dunkle Erinnerungen: Sie steht für ein Massaker an Studenten 1968, die Unterdrückung einer Oppositionsbewegung in den Siebzigerjahren, den dreisten Betrug bei der Präsidentenwahl von 1988 und die "Tequila-Krise" 1994/95. Aber für viele Mexikaner war die PRI jetzt die einzige Option, die Hoffnung auf Veränderung verspricht. Es war eher eine Wahl aus Verzweiflung als aus Überzeugung.

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