Weltpolitik

100.000 Menschen im Südsudan droht laut UNO der Hungertod

Im Norden des Bürgerkriegslands Südsudan herrscht nach Angaben der Vereinten Nationen eine verheerende Hungersnot. Mehr als 100.000 Einwohner in Teilen des Staates Unity seien betroffen, erklärten die UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation, das UNO-Kinderhilfswerk Unicef und das UNO-Welternährungsprogramm am Montag.

Im Südsudan gefährdet die Hungersnot Menschenleben.  SN/APA (AFP)/ALBERT GONZALEZ FARRAN
Im Südsudan gefährdet die Hungersnot Menschenleben.

Die Regierung des Südsudan hat für mehrere Regionen des Landes den Hungernotstand erklärt. Nach mehr als drei Jahren Bürgerkrieg benötige fast die Hälfte der Bevölkerung Lebensmittelhilfen, teilte das nationale Statistikbüro am Montag mit. Demnach leiden 4,9 Millionen Menschen Hunger. Das sind 42 Prozent der Bevölkerung.

Gründe seien laut dem Statistikbüro die mit dem Bürgerkrieg einhergehenden hohen Lebensmittelpreise, die Wirtschaftskrise und die niedrige Agrarproduktion. "Die meisten Menschen sind Bauern. Der Krieg hat die Landwirtschaft zerstört. Sie haben ihr Vieh verloren, sogar ihre Landwirtschaftsgeräte. Seit Monaten müssen sie jetzt schon von den Pflanzen und Fischen, die sie eben finden können, leben.", erklärte Serge Tissot von der Welternährungsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen.

Millionen andere Menschen in Ländern der Region leiden ebenfalls an Hunger, da es zuletzt kaum Regen gab. Bereits vor sechs Jahren starben 260.000 Menschen in Somalia wegen einer Hungersnot.

"Wir rufen alle Konfliktparteien auf, uns ungehinderten Zugang zur notleidenden Bevölkerung zu ermöglichen, um eine weitere Katastrophe zu verhindern.", appellierte Jeremy Hopkins, Leiter von UNICEF Südsudan, an die Verantwortliche. Ähnlich äußerte sich Eugene Owusu, der UNO-Hilfskoordinator im Südsudan. Er macht darauf aufmerksam, dass auch die Entwicklungshelfer unter dem Krieg gelitten hätten und dadurch humanitäre Hilfe erschwert worden sei.

Der Bundesstaat Unity befindet sich im Norden des Landes. Das Gebiet mit hohem Ölvorkommen wurde seit Kriegsbeginn 2013 abwechselnd von der Regierung und den Rebellengruppen kontrolliert.

Das bitterarme afrikanische Land ist erst 2011 unabhängig geworden. Nach einem Machtkampf an der Staatsspitze brachen Ende 2013 Kämpfe aus. Befriedungsversuche scheiterten. Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR hat der Bürgerkrieg bereits mehr als 1,5 Millionen Menschen in die Flucht getrieben.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

Aufgerufen am 20.09.2018 um 04:35 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/100-000-menschen-im-suedsudan-droht-laut-uno-der-hungertod-357664

Schlagzeilen