Weltpolitik

14 afghanische Grenzsoldaten bei Taliban-Angriff getötet

Wenige Tage nach einer dreitägigen Feuerpause sind in Afghanistan mindestens 14 Grenzsoldaten getötet worden. Sie starben bei einem Angriff der Taliban auf einen Kontrollposten in der östlichen Provinz Paktia am Donnerstagabend, wie das Verteidigungsministerium am Freitag mitteilte. In der Provinz Zabul soll die afghanische Luftwaffe laut Provinzpolitikern Stellungen der Taliban bombardiert haben.

Auch Zivilisten seien dabei gestorben. Unterdessen teilte der Sicherheitsrat mit, dass es Bemühungen um eine Verlängerung der Feuerpause gebe. "Ein Waffenstillstand ist ein komplexes operatives Unterfangen, das zur Vermeidung von Zwischenfällen eine umfangreiche und kontinuierliche Koordinierung erfordert", schrieb ihr Sprecher Javid Faisal auf Twitter. Die islamistischen Taliban äußerten sich zunächst nicht.

Eine fünfköpfige Delegation der Taliban ist für weitere Gespräche mit Blick auf einen Gefangenenaustausch in Kabul, wie Sprecher beider Seiten mitteilten. Die afghanische Regierung ließ in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben 1.000 inhaftierte Taliban frei, seit Ende Februar insgesamt 2.000. Die Taliban haben nach eigenen Angaben rund 350 Gefangene auf freien Fuß gesetzt.

Zum Fest des Fastenbrechens Eid al-Fitr hatten die Taliban am Samstag eine dreitägige Waffenruhe verkündet. Die Regierung folgte der Ankündigung. Viele im Land hofften, dass die Waffenruhe anhalten würde.

Am 29. Februar hatten die USA mit den Taliban ein Abkommen unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug internationaler Truppen vorsieht. Die Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt, weil die Taliban direkte Gespräche mit ihr abgelehnt hatten. Die Vereinbarung sieht einen Gefangenaustausch vor und soll den Weg für Friedensgespräche ebnen. Bis zu 5.000 Taliban sollten im Tausch gegen 1.000 von den Rebellen festgehaltene Gefangene freikommen.

Quelle: Apa/Dpa

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