Weltpolitik

14 Leichen auf Mülldeponie in Libyen entdeckt

In der libyschen Hafenstadt Benghazi sind 14 bisher nicht identifizierte Leichen auf einer Mülldeponie gefunden worden. Die Körper wiesen Merkmale von Folter auf, berichtete die unabhängige libysche Nachrichtenseite Al-Wasat am Freitag. Demnach waren die Hände gefesselt. Die Menschen seien mit Schüssen in den Kopf exekutiert worden, hieß es weiter.

14 Leichen auf Mülldeponie in Libyen entdeckt SN/APA (AFP)/ABDULLAH DOMA
UNO-Libyengesandter Martin Kobler sprach von einem "Kriegsverbrechen".

Die Leichen seien bereits am Donnerstag gefunden worden. Wer die Toten waren, blieb zunächst unklar. In einer ersten Reaktion auf Twitter bezeichnete der UN-Libyengesandte Martin Kobler die Tat als "Kriegsverbrechen". Er sei geschockt und bestürzt. Kobler forderte eine umgehende Untersuchung der Ereignisse. "Die Verantwortlichen müssen zur Rechenschaft gezogen werden."

Die Stadt Benghazi im Osten des Landes war der Ausgangspunkt der Proteste 2011 gegen den langjährigen Machthaber Muammar al-Gaddafi. Seitdem kam es immer wieder zu Anschlägen und Entführungen in der Stadt. Libysche Truppen gingen zuletzt massiv gegen die Terrormiliz IS vor und vertrieben sie fast vollständig aus Benghazi.

Nach dem Sturz Gaddafis brach in Libyen ein anhaltender und blutiger Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Milizen und Regierungstruppen aus. Der IS nutzte das Machtvakuum aus.

Quelle: Apa/Dpa

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