Weltpolitik

15 Polizisten bei Taliban-Angriffen in Afghanistan getötet

Ungeachtet laufender Gespräche zur Beendigung des Afghanistan-Konflikts dauern die Kämpfe in dem Land an. In der südöstlichen Provinzhauptstadt Gasni seien allein in der Nacht auf Freitag mindestens 15 Polizisten bei Taliban-Angriffen auf Kontrollposten getötet worden, sagte der Provinzrat Amanullah Kamran.

Die jüngste Angriffswelle der Taliban beunruhigt viele Militärs. Sie sehen mindestens sechs Provinzhauptstädte als akut bedroht, in die Hände der Taliban zu fallen. Sollte den Islamisten die Übernahme einer Provinzhauptstadt gelingen, könnten sie dies als starkes Druckmittel in den Verhandlungen nutzen. Die nächste USA-Taliban-Gesprächsrunde soll Ende April in Katar stattfinden.

Verteidigungsminister Asadullah Chalid sagte diese Woche, Geheimdienstinformationen zufolge würden die Taliban ihre ganzen Kräfte für massive Angriffe im Frühjahr vorbereiten. Das kommende Jahr "könne schwierig" sein. Die Sicherheitskräfte müssten daher vorausdenken und den Aufständischen zuvorkommen.

Taliban-Kämpfer hatten außerdem in der nordöstlichen Provinz Badachshan das Bezirkszentrum von Argantsh Khwah angegriffen. Mindestens sieben Polizisten seien bisher bei den Gefechten, die weiter andauern, getötet worden, sagte ein Provinzrat am Freitag. Etwa 40 Polizisten seien von Taliban umzingelt. Das Gebiet ist von steilen Bergen umgeben, die Islamisten hätten sich auf den Anhöhen positioniert. Nachschubkräfte seien unterwegs. Allerdings werden diese oft von Taliban erwartet und aus dem Hinterhalt überfallen.

In der südlichen Provinz Helmand seien zudem am Donnerstag fünf Polizisten im Bezirk Katschaki von Taliban getötet worden, sagte ein Behördenvertreter. In der südlichen Provinz Sabul wurden laut Behördenangaben sieben Polizisten getötet.

Quelle: Apa/Dpa

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