Weltpolitik

15 Todesurteile in Saudi-Arabien wegen Spionage für den Iran

Wegen angeblicher Spionage für den Iran hat ein Gericht in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad 15 Angeklagte zum Tode verurteilt. 15 weitere Beschuldigte erhielten Haftstrafen, zwei wurden freigesprochen, wie das Gericht am Dienstag erklärte. Den Angeklagten wurde unter anderem vorgeworfen, mit Hilfe des Iran eine Geheimzelle gebildet und Militärinformationen an Teheran weitergegeben zu haben.

Einige Angeklagte sollen sich auch mit Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Khamenei getroffen haben. Bei den Angeklagten handelt es sich um 30 Saudis, einen Iraner und einen Afghanen. Die verhängten Haftstrafen liegen zwischen sechs und 25 Jahren.

Das sunnitische Königreich Saudi-Arabien und der schiitische Iran sind Erzrivalen in der Region. Anfang des Jahres hatte Saudi-Arabien den prominenten schiitischen Geistlichen Scheich Nimr al-Nimr hinrichten lassen. Eine aufgebrachte Menge stürmte danach in der iranischen Hauptstadt Teheran die saudische Botschaft.

Nach Schätzungen sind zwischen zehn und 15 Prozent der saudischen Bevölkerung Schiiten. Sie leben vor allem im Osten des ölreichen Landes, wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Protesten kam. Viele schiitische Saudis fühlen sich diskriminiert.

Quelle: Apa/Dpa

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