Weltpolitik

2016 so viele Tote bei Selbstmordattentaten wie nie zuvor

Bei Selbstmordattentaten sind im vergangenen Jahr weltweit so viele Menschen getötet worden wie noch nie zuvor. Rund 5.650 Menschen kamen ums Leben, wie das angesehene israelische Institut für Nationale Sicherheitsstudien (INSS) am Freitag in Tel Aviv mitteilte. 800 Täter hätten 469 Bombenanschläge in 28 Ländern begangen.

Für rund 70 Prozent der Attacken waren demnach die Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) direkt oder indirekt verantwortlich. Die meisten Angriffe fanden im Nahen Osten statt. Die mit Abstand meisten Anschläge gab es mit 146 im Irak. Diese Art der Attacken wird laut INSS seit Anfang der 80er Jahre von Terroristen eingesetzt.

"Angesichts der Gebietsverluste des 'Islamischen Staates' (...) scheint es, dass der Selbstmordterrorismus ein Schlüsselwerkzeug des 'Islamischen Staates' sein wird, um sein Image zu stärken, unbesiegbar zu sein", schreibt das Institut in seiner Mitteilung. Darüber hinaus dienten die Anschläge als Abschreckung der Feinde und als Rache wegen der internationalen Aktionen gegen das Terrornetzwerk. Das INSS geht davon aus, dass auch Partner des IS und andere Terrorgruppen sich darauf konzentrieren werden, große Anschläge mit vielen Toten zu verüben.

Die Zahl der Toten ist laut INSS allein schon im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen. 2015 seien 4.330 Menschen bei 452 Anschlägen getötet worden. Dabei seien 8.800 Menschen verletzt worden. 2016 habe es 9.480 Verletzte gegeben.

Quelle: Apa/Dpa

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