Weltpolitik

26 Festnahmen nach Autobombenanschlag im Südosten der Türkei

Nach einem tödlichen Autobombenanschlag im Südosten der Türkei sind am Samstag 26 Verdächtige festgenommen worden. Unter ihnen sei auch der Besitzer des Fahrzeugs, das am Freitag in Viransehir detoniert war, erklärte der Gouverneur der Provinz Sanliurfa, Güngör Azim Tuna. Für den Anschlag machte er die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verantwortlich.

Autos brannten aus, Gebäude wurden schwer beschädigt.  SN/APA (AFP)/ILYAS AKENGIN
Autos brannten aus, Gebäude wurden schwer beschädigt.

Er gehe davon aus, dass die kurdische "Terrororganisation" PKK dahinter stecke, sagte Tuna der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Bei dem Anschlag waren ein zehnjähriger Bub und ein Wachmann getötet worden. Die Leiche des Erwachsenen wurde in der Nacht unter den Trümmern geborgen. Bei der Explosion vor einem Wohnhaus für Gerichtsmitarbeiter und Sicherheitspersonal wurden außerdem mindestens 17 Menschen verletzt. Laut der Nachrichtenagentur Dogan setzten die Täter eine Tonne Sprengstoff ein. Mehrere Autos brannten aus und die Fassaden der umliegenden Häuser wurden durch die Explosion beschädigt.

Die Provinz Sanliurfa liegt nahe der syrischen Grenze. In der Gegend gehen türkische Sicherheitskräfte gegen Anhänger der PKK vor. Kurdenrebellen verüben in der Region und an anderen Orten in der Türkei immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte.

Das jüngste Attentat ereignete sich wenige Stunden vor Beginn der Ja-Kampagne des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für das umstrittene Verfassungsreferendum. Die Türken stimmen am 16. April über die Einführung eines Präsidialsystems ab. Geplant ist die Abschaffung des Ministerpräsidenten und die Übertragung seiner Befugnisse auf den Präsidenten. Die Opposition warnt, dass mit der Reform das Parlament geschwächt, die Unabhängigkeit der Justiz untergraben und eine autoritäre Ein-Mann-Herrschaft zementiert werde.

Quelle: Apa/Ag.

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