Weltpolitik

27 Sicherheitskräfte bei Angriffen in Afghanistan getötet

Bei landesweiten Angriffen in Afghanistan sind mindestens 27 Sicherheitskräfte getötet worden. Kämpfer der militant-islamistischen Taliban hätten über Nacht mindestens 20 Soldaten in der nördlichen Provinz Kunduz getötet, sagte Provinzratschef Yusuf Ayubi am Dienstag. In weiteren Provinzen wurden zudem mindestens sechs Polizisten getötet. Vom Verteidigungsministerium und von den Taliban gab es zunächst keine Stellungnahme.

In der Nacht zuvor waren bereits zehn Mitglieder der afghanischen Armee bei einem Talibanangriff auf einen Militärstützpunkt in der benachbarten Provinz Baghlan getötet worden. In Kunduz und Baghlan gibt es immer wieder Angriffe der Taliban, die seit Jahren einen Großteil der Provinz Kunduz beherrschen.

Zwischen Afghanistans Regierung und den Taliban laufen seit Mitte September 2020 Friedensgespräche in Doha. Eine Waffenruhe lehnen die Taliban weiterhin ab. Die USA hatten Ende Februar 2020 ein Abkommen mit den Taliban unterzeichnet, das einen schrittweisen Abzug der US-Streitkräfte aus Afghanistan vorsieht. Kurz vor Ende der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump wurden die Truppen in Afghanistan nach Washingtoner Angaben auf 2500 Soldaten reduziert. Das ist der niedrigste Stand seit 2001.

Die Taliban wollen wieder an der Macht beteiligt werden. Sie hatten Afghanistan zwischen 1996 und 2001 regiert. Eine von den USA angeführte Militärintervention nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA setzte ihrer Herrschaft ein Ende.

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