Weltpolitik

34 "Diciotti"-Migranten in Ventimiglia eingetroffen

34 der 144 volljährigen Migranten, die am 26. August vom Schiff der italienischen Küstenwache "Diciotti" in Catania an Land gegangen waren und in der Folge untergetaucht waren, sind in der italienisch-französischen Grenzstadt Ventimiglia eingetroffen. Die aus Eritrea stammenden Migranten wurden an Bord eines Busses der Menschenrechtsorganisation "Baobab Experience" nach Ventimiglia gebracht.

Viele heißen die Flüchtlinge auch willkommen SN/APA (AFP/Symbolbild)/ANDREAS SOL
Viele heißen die Flüchtlinge auch willkommen

In einer Struktur von "Baobab Experience" in Rom hatten ein Großteil der Migranten Unterkunft gefunden, die in den vergangenen Tagen eine katholische Einrichtung in Rocca di Papa nahe der italienischen Hauptstadt verlassen hatten und untergetaucht waren. "Die Migranten haben den Wunsch geäußert, nach Ventimiglia zu gelangen. Wir haben sie nach ihrem Willen in eine Struktur des Roten Kreuzes gebracht. In Rom mussten sie in Zelten übernachten. Wir haben sie zu ihrem Schutz nach Ventimiglia gebracht", so ein Sprecher von "Baobab Experience" laut Medienberichten vom Dienstag.

Der italienische Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini reagierte scharf auf die Nachricht, dass die Migranten in Ventimiglia eingetroffen seien, von wo aus sie voraussichtlich versuchen wollen, nach Frankreich weiterzureisen. "Gegen mich wird wegen Freiheitsberaubung der Migranten ermittelt und sie ziehen durch Italien mit dem Bus. Sicherlich wird sie (Frankreichs Präsident Emmanuel) Macron, der ja so gut ist, in Frankreich aufnehmen", ätzte Salvini auf Facebook. Italien wirft Frankreich vor, am Grenzübergang Ventimiglia systematisch Flüchtlinge zurückzuweisen. Nach Angaben der unabhängigen französischen Menschenrechtskommission wurden im vergangenen Jahr rund 50.000 Flüchtlinge nach Italien zurückgeschickt.

Am 26. August hatten die Migranten das italienische Küstenwachen-Schiff "Diciotti" in Catania verlassen können, nachdem sie tagelang darauf ausharren mussten. Die Küstenwache hatte sie und rund 60 andere Mitte August im Mittelmeer gerettet. Innenminister Salvini verweigerte zunächst tagelang die Landung und ließ die Migranten erst von Bord, nachdem die katholische Kirche in Italien sowie Albanien und Irland sich bereit erklärt hatten, sie aufzunehmen. Die Migranten wurden auf mehrere Diözesen in Italien verteilt, doch viele von ihnen tauchten unter.

Gegen Salvini wird wegen des Vorfalls ermittelt. Die sizilianische Staatsanwaltschaft wirft ihm "erschwerte Freiheitsberaubung", illegale Festnahmen und Machtmissbrauch vor.

Quelle: APA

Aufgerufen am 18.11.2018 um 05:17 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/34-diciotti-migranten-in-ventimiglia-eingetroffen-39916216

Schlagzeilen