Weltpolitik

40 Afghanen überwanden Ungarns Grenzzaun

40 Flüchtlinge und Migranten aus Afghanistan haben in der Nacht zum Mittwoch den Grenzzaun zwischen Ungarn und Serbien überwunden. Kurz darauf stießen allerdings ungarische Grenzpolizisten auf die Gruppe am Rande der Ortschaft Asotthalom bei Szeged. Die 40 Männer wurden von den Polizisten unverzüglich über die Grenze nach Serbien zurückgeschoben, teilte die ungarische Polizei am Mittwoch mit.

Laut der ungarischen Nachrichtenagentur MTI wurden zuvor gegen Mitternacht bereits sechs Iraker aufgegriffen, die ebenfalls den Grenzzaun überwunden hatten. Sie wurden ebenfalls über die Grenze nach Serbien zurückgeschoben.

Ungarn hatte den Zaun an den Grenzen zu Serbien und Kroatien im Herbst 2015 errichtet, auf dem Höhepunkt der damaligen Flüchtlingswanderungen in die Mitte Europas. Seitdem ist die Zahl der Migranten auf der sogenannten Balkanroute von Griechenland nach Westeuropa bedeutend zurückgegangen. Zugleich haben sich Fluchtrouten etabliert, die an Ungarn vorbei über Bosnien-Herzegowina und Kroatien führen.

Wegen der dort in Jahrzehnten gewachsenen Schlepper-Netze versuchen Flüchtlinge und Migranten weiterhin auch über Ungarn nach Westeuropa zu gelangen. Viele, aber nicht alle, die den bis zu drei Meter hohen Grenzzaun überwinden, werden von ungarischen Grenzpolizisten entdeckt und nach Serbien zurückgeschoben.

Große Gruppendurchbrüche sind hingegen selten. Die Praxis der unverzüglichen Rückschiebungen wird von Menschenrechtlern und vom UN-Hilfswerk UNHCR scharf kritisiert, weil den Betroffenen das Stellen eines Asylantrags verwehrt wird und weil keine geordnete Übergabe an die serbischen Behörden erfolgt. Die ungarische Regierung vertritt den Standpunkt, dass ihre Vorgangsweise legal sei.

Quelle: Apa/Dpa

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