Weltpolitik

43 Zivilisten in Syrien durch Regierungstruppen getötet

Bei größtenteils von Regierungstruppen geführten Angriffen auf von Rebellen gehaltene Gebiete sind in Syrien nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag mindestens 43 Zivilisten getötet worden. Darunter seien elf Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

13 Zivilisten wurden demnach in der Gegend von Ost-Ghuta nahe der Hauptstadt Damaskus getötet, 15 in der vom syrischen El-Kaida-Ableger und seinen Verbündeten kontrollierten Ortschaft Tal Manas in der Provinz Idlib.

Weitere 15 Tote gab es den Angaben zufolge in zwei von Aufständischen kontrollierten Vierteln der nördlichen Metropole Aleppo. Zunächst war unklar, ob auch Flugzeuge aus dem mit der syrischen Regierung verbündeten Russland an den Angriffen beteiligt waren.

Bereits am Dienstag hatte es der Beobachtungsstelle zufolge bei Luftangriffen der von den USA geführten Militärkoalition im Norden Syriens 56 tote Zivilisten gegeben. Die Menschen befanden sich auf der Flucht aus dem Dorf Al-Tuchar, das sich 14 Kilometer nördlich der Stadt Manbidsch befindet, einer Hochburg der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

In sozialen Medien wurde für kommenden Sonntag zu Protesten gegen die tödlichen Luftangriffe der Anti-IS-Koalition aufgerufen. Die von Washington angeführte Militärkoalition erklärte zu den Vorwürfen, sie habe kürzlich "in der Nähe von Manbidsch Luftangriffe geflogen". Sie prüfe die Berichte über zivile Opfer. Das UN-Kinderhilfswerk Unicef erklärte, bei den Angriffen in Al-Tuchar seien "Berichten zufolge mehr als 20 Kinder getötet" worden. "Absolut nichts rechtfertigt Angriffe auf Kinder", sagte die Unicef-Vertreterin für Syrien, Hanaa Singer.

Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Ihre Angaben können von unabhängiger Seite kaum überprüft werden.

Die IS-Miliz hatte weite Landesteile in Syrien sowie im Irak erobert und in den von ihr gehaltenen Gebieten einen islamischen Gottesstaat ausgerufen. Die USA fliegen seit dem Sommer 2014 gemeinsam mit Verbündeten Luftangriffe gegen mutmaßliche IS-Stellungen.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 16.12.2018 um 10:57 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/43-zivilisten-in-syrien-durch-regierungstruppen-getoetet-1237006

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