Weltpolitik

45 Staaten wollen komplett aus Öl, Kohle und Gas aussteigen

Es sind arme Staaten, aber das Signal ist deutlich. 45 Staaten wollen so schnell wie möglich gänzlich auf erneuerbare Energien umstellen.

45 Staaten wollen komplett aus Öl, Kohle und Gas aussteigen SN/Dudarev Mikhail - Fotolia
45 Staaten wollen komplett aus Öl, Kohle und Gas aussteigen.

Dutzende Länder, die besonders unter dem Klimawandel leiden, wollen gemeinsam aus der Kohle aussteigen. Insgesamt 45 arme Staaten setzen dabei komplett auf erneuerbare Energien, wie die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" am Freitag ankündigte. Ziel ist, die gefährliche Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Offiziell sollte die Initiative erst am späteren Vormittag am Rande der Klimakonferenz in Marrakesch vorgestellt werden. Die meisten der Unterzeichnerstaaten gehören zur Koalition besonders betroffener Länder ("Climate Vulnerable Forum", CVF). "Brot für die Welt" machte die Informationen nach Angaben des CVF vor Ablauf der vereinbarten Sperrfrist bekannt.

Abschluss am Freitag

Politiker und Diplomaten aus fast 200 Staaten wollen diesen Freitag erste Spitzengespräche über die Umsetzung des historischen Klimaabkommens von Paris zu Ende bringen. Auf der Weltklimakonferenz in Marrakesch waren vor den letzten Gesprächsrunden mehrere Streitpunkte noch nicht geklärt, unter anderem Fragen zur finanziellen Unterstützung von Ländern, die besonders unter dem Klimawandel zu leiden haben. In der Vergangenheit wurden viele Konferenzen in letzter Minute verlängert.

Am Vorabend des Abschlusstags rief die UN-Konferenz zur Solidarität mit den Ländern auf, die von der Erderwärmung besonders betroffen sind. Es sei notwendig, diese Länder dabei zu unterstützen, sich an den Treibhauseffekt anzupassen, heißt es in einer Erklärung, die das Plenum der Klimadiplomaten am Donnerstagabend mit Applaus begrüßte.

Armut beenden, Lebensmittelversorgung sichern

Ziel sei, die Armut zu beenden, die Lebensmittelversorgung zu sichern und die Landwirtschaft an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen. Die Konferenz sprach sich dafür aus, Finanzhilfen aufzustocken und Technologie und Wissen auszutauschen. "Unser Klima erwärmt sich in alarmierender und nie da gewesener Geschwindigkeit und wir haben die zwingende Pflicht zu reagieren."

Bei Klimakonferenzen ringen Industrie- und Entwicklungsländer stets um finanzielle Hilfen für ärmere Staaten. Auch um den Text dieser recht allgemein formulierten politischen Erklärung hatte es in Marrakesch Diskussionen gegeben.

Die Entwicklungsorganisation Oxfam begrüßte die Erklärung, forderte aber "echte Fortschritte" bis zum geplanten Ende der Konferenz am Freitagabend. "Hinter den Kulissen wird noch gearbeitet, und dabei muss eine Verbesserung für die Finanzierung herauskommen", sagte Tracy Carty von Oxfam International.

Vor einem Jahr hatte sich die Weltgemeinschaft in Paris auf das Ziel geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. In diesem Jahr geht es unter anderem um einen Fahrplan und weitere Details zur Umsetzung des Klimapakts. "Gerade wegen der mühseligen Verhandlungen, das Abkommen und seine einzelnen Artikel mit Leben zu füllen, sind solche Signale wichtig", sagte Jan Kowalzig von Oxfam Deutschland. Der Wert der Proklamation liege wohl darin, die Staatengemeinschaft noch einmal hinter dem Pariser Abkommen zu versammeln.

Quelle: Dpa

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