Weltpolitik

7,5 Millionen hungern laut Hilfsorganisation Care im Kongo

Laut der Hilfsorganisation Care hat sich die humanitäre Lage in der Demokratischen Republik Kongo 2017 "massiv verschlechtert". Mehr als 7,5 Millionen Menschen hätten "derzeit nicht ausreichend zu essen", das sei ein "Anstieg von 30 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten", so Care in einer Aussendung von Donnerstag.

Versorgung fehlt an allen Ecken und Enden SN/APA (AFP)/JOHN WESSELS
Versorgung fehlt an allen Ecken und Enden

Aktuell benötigen laut Care rund 8,5 Millionen Menschen humanitäre Hilfe. In diesem Jahr könnte sich die Zahl notleidender Menschen auf 13,1 Millionen Menschen erhöhen. Pierre Bry, Länderdirektor von CARE im Kongo, warnte vor einer "humanitären Katastrophe": "Wenn die internationale Gemeinschaft nicht schnell reagiert, ist es zu spät."

Care wies auf "die komplexe und herausfordernde Situation" hin, die "der Anstieg gewalttätiger Konflikte und Spannungen in der Kasai Region" geschaffen habe. 2016 war in dieser Region im Zentrum des Kongo der Milizenführer Kamwina Nsapu von Soldaten ermordet worden. Seither kommt es vermehrt zu bewaffneten Konflikten. Nsapu hatte gegen Präsident Joseph Kabila gekämpft. Dieser weigert sich weiterhin, abzutreten, obwohl seine Amtszeit bereits 2016 endete. Derzeit ist von einer möglichen Wahl Ende 2018 die Rede.

Die politische Instabilität befeuert die Konflikte im Zentrum und im Osten des zentralafrikanischen Landes. Laut den Vereinten Nationen gehört der Kongo - neben Syrien, dem Irak und dem Jemen - zu den vier größten humanitären Krisenherden der Welt. Dieses Jahr mussten 1,4 Millionen Menschen die Flucht ergreifen.

Care spricht von der großen Herausforderung, die Hilfe in diesem Umfeld bedeuten würde. Zudem seien die Mittel für die humanitäre Hilfe stark gekürzt worden: "Den Vereinten Nationen stehen (im Vergleich zu 2016, Anm.) gerade einmal die Hälfte der Geldmittel zur Verfügung", so die Hilfsorganisation.

"Ohne finanzielle Mittel können wir die Menschen nicht erreichen", warnte Bry. Das bedeute auch, dass "mehr Kinder hungern" und nicht alle "Überlebende sexueller Gewalt" die benötigte Hilfe bekommen könnten. Die Hilfe von CARE im Kongo richtet sich vor allem auf die Stärkung von Frauen und Jugendlichen.

Quelle: APA

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