Weltpolitik

84 angebliche Terrorverdächtige in der Türkei inhaftiert

Fast drei Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei reißt die Serie der Fahndungen und Festnahmen nicht ab. Allein am Freitag ließen Staatsanwälte in 31 Provinzen nach insgesamt 84 angeblichen Terrorverdächtigen suchen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. 75 der Gesuchten wurden demnach im Laufe des Vormittags festgenommen.

Zählt man die Anadolu-Berichte der gesamten Woche zusammen, wurden zwischen Montag und Freitagnachmittag mindestens 523 Menschen inhaftiert. Die am Freitag gesuchten Verdächtigen seien Polizisten, heißt es in dem Bericht. Ihnen würden Verbindungen zur Bewegung des in den USA lebenden islamischen Predigers Fethullah Gülen vorgeworfen. Den macht die Regierung für den Putschversuch von 2016 verantwortlich. Bei ihren Fahndungen konzentriert sie sich besonders stark auf Polizei und Militär.

Insgesamt wurden nach Regierungsangaben aus dem März seit dem Putschversuch rund 500.000 Menschen wegen angeblicher Gülen-Verbindungen festgenommen - rund 30.000 sollen weiter in Haft sein. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte in dieser Woche bei einer Ansprache in Ankara gesagt, dass unter den Inhaftierten mehr als 4.400 Polizisten seien. Insgesamt seien rund 31.000 Mitarbeiter der Polizei ihres Amtes enthoben worden, außerdem mehr als 15.000 Angehörige des Militärs und mehr als 4.000 Angestellte im Justizsystem.

Quelle: Apa/Dpa

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