Weltpolitik

Abe schlug Putin Neustart in belasteten Beziehungen vor

Trotz des Streits um die Kurilen-Inseln hat der japanische Regierungschef Shinzo Abe dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine "neue Epoche" in den bilateralen Beziehungen angeboten. Dass es mehr als 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg keinen Friedensvertrag der beiden Nachbarn gebe, sei nicht normal, sagte er am Samstag in Wladiwostok.

Abe schlug Putin Neustart in belasteten Beziehungen vor SN/APA (AFP)/ALEXEI DRUZHININ
Annäherung zwischen Russland und Japan.

Abe schlug regelmäßige bilaterale Treffen in der russischen Pazifik-Stadt vor, um unter anderem den jahrzehntelangen Konflikt um die Inselgruppe der Kurilen beizulegen. Putin, der Mitte Dezember in Japan erwartet wird, deutete weitere Gesprächsbereitschaft an. "Die Vergangenheit soll uns beim Gang in die Zukunft nicht stören. Ich hoffe, dass wir die Probleme gemeinsam lösen", sagte der russische Präsident der Agentur Interfax zufolge.

Die Kurilen zwischen der russischen Halbinsel Kamtschatka und der japanischen Insel Hokkaido fielen nach dem Zweiten Weltkrieg an die Sowjetunion. Tokio erhebt Anspruch auf den Südteil der Inselgruppe. Moskau weist dies zurück und hatte zuletzt seine Militärpräsenz auf dem Archipel erhöht.

Beobachter sehen das Treffen in Wladiwostok als vorsichtige Annäherung der beiden Seiten. Russland bietet Japan Rohstoffe an und interessiert sich seinerseits für moderne Technik des Inselstaats.

Russland hat zudem die internationale Gemeinschaft zu Zurückhaltung im Umgang mit Nordkorea aufgerufen, um noch größere Spannungen zu vermeiden. Putin sagte am Samstag in Wladiwostok, sein Land wolle Nordkorea wieder zurück an den Verhandlungstisch bringen und über dessen umstrittenes Atomprogramm sprechen.

Putin rief die Regierung in Pjöngjang auf, sich an UNO-Vereinbarungen zu halten. Putin sagte aber auch, jede Handlung, die eine weitere Eskalation der Spannungen nach sich ziehen würde, sei kontraproduktiv. Die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye, die wie der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe an der Konferenz teilnahm, hatte Russland und andere einflussreiche Staaten aufgefordert, mehr Druck auf Nordkorea auszuüben, damit das Land sein Atomprogramm aufgibt.

Quelle: Apa/Dpa

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