Weltpolitik

Absichtlich zerstörte Leitung: Millionen Afghanen ohne Strom

Rund zwei Millionen Menschen sind nach offiziellen Angaben im Osten Afghanistans wegen einer absichtlich beschädigten Leitung seit zwölf Tagen ohne Strom. Betroffen sind die Provinzen Nangarhar und Laghman. Der Sprecher der Provinzregierung von Laghman, Sarhadi Swak, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Freitag, entgegen einiger Berichte sei die Leitung nicht von Taliban zerstört worden.

"Militante Bewohner" des gebirgigen Bezirks Badpakh hätten auf sie geschossen, bis sie kaputt war. Der Bezirk habe kaum Zugang zu Strom und die Bewohner wollten "die Regierung erpressen, sie besser zu versorgen", sagte Swak. Stammesälteste versuchten derzeit, sie dazu zu bewegen, Techniker zur Reparatur in die Gegend zu lassen. Laghman habe keine alternative Stromquelle. Regierungsbüros seien gezwungen, Dieselgeneratoren zu nutzen. Privathaushalte seien im Dunkeln.

Die wichtige Leitung versorgt auch die weitaus größere Nachbarprovinz Nangarhar mit Elektrizität. Provinzsprecher Attaullah Chogiani sagte, Nangarhar könne noch einige von Daronta-Damm produzierte Megawatt nutzen. Diese reichten aber nur für den Betrieb von Krankenhäusern und Militärstützpunkten.

Nach einer Bevölkerungsschätzung der UN aus dem Jahr 2015 leben in Nangarhar rund 1,5 Millionen und in Laghman rund 450.000 Menschen.

Quelle: Apa/Dpa

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