Weltpolitik

Amal Clooney drängt UNO zu Ermittlungen gegen IS-Kämpfer

Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney hat die Vereinten Nationen dazu gedrängt, sich für strafrechtliche Ermittlungen gegen Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einzusetzen. "Lasst den IS nicht mit einem Genozid davonkommen", sagte Clooney in New York am Donnerstag. Schockierend sei nicht nur die Brutalität des IS, sondern auch die passive Reaktion der Weltgemeinschaft darauf.

"Die Opfer wollen Gerechtigkeit", sagte Clooney.  SN/APA (AFP)/KENA BETANCUR
"Die Opfer wollen Gerechtigkeit", sagte Clooney.

Die britisch-libanesische Anwältin vertritt ehemalige Geiseln, die von IS-Kämpfern entführt und teils auch vergewaltigt wurden. Darunter ist auch die Yezidin Nadia Murad, die im deutschen Baden-Württemberg Zuflucht gefunden hatte.

"Die Opfer wollen Gerechtigkeit. Aber die Gerechtigkeit wird für immer außer Reichweite sein, wenn wir zulassen, dass die Beweise verschwinden, wenn Massengräber nicht geschützt werden, wenn medizinische Beweise verloren gehen, wenn Zeugen nicht länger zurückverfolgt werden können", sagte Clooney.

Weder der Irak noch Syrien, wo der IS Gebiete beherrscht, sind Mitglieder des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag. Das Weltstrafgericht kann Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in beiden Ländern deshalb nur verfolgen, wenn es vom UN-Sicherheitsrat dazu beauftragt wird. Clooney rief Iraks Ministerpräsidenten Haider al-Abadi auf, den Sicherheitsrat mit einem Brief zu einer entsprechenden Abstimmung zu bewegen.

Die mit dem Hollywood-Star George Clooney verheiratete Anwältin wird voraussichtlich im Sommer Zwillinge zur Welt bringen.

Quelle: Apa/Dpa

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