Weltpolitik

Amnesty: Kriegsverbrechen von Regierungstruppen im Südsudan

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft den Regierungstruppen im umkämpften Südsudan "Kriegsverbrechen" vor. Menschen würden willkürlich ermordet, Frauen entführt und vergewaltigt, heißt es in einem ai-Bericht aus dem afrikanischen Krisenland. Kinder und ältere Menschen seien "bei lebendigem Leib in ihren Häusern verbrannt" worden.

Amnesty: Kriegsverbrechen von Regierungstruppen im Südsudan SN/APA/HELMUT FOHRINGER

Der Bericht stützt sich auf Befragungen, die Amnesty zu Beginn dieses Jahres in der Provinz Unity State im Südsudan führte. Eine Frau berichtete, sie habe gesehen, wie eine Gruppe von sechs Mädchen gefesselt, vergewaltigt und dann verschleppt worden sei. Mehrere aus der Gefangenschaft der Regierungstruppen entkommene Frauen sagten, sie seien vergewaltigt und misshandelt worden.

Laut Amnesty wurden die Gräueltaten von den Truppen von Präsident Salva Kiir und von mit ihnen verbündeten Milizen "systematisch begangen". "Die Ermordung, Vergewaltigung und Entführung von Zivilisten muss schnell, unparteiisch und umfassend untersucht werden", fordert die Menschenrechtsorganisation. Die Schuldigen müssten vor Gericht gestellt werden.

Im Südsudan - dem jüngsten Staat der Welt - liefert sich Präsident Kiir seit Jahren einen Machtkampf mit seinem Rivalen Riek Machar. Der einstige Vizepräsident Machar hatte sich Ende 2013 mit Kiir überworfen und an die Spitze einer Rebellenbewegung gestellt. Nach einem blutigen Bürgerkrieg einigten sich die beiden vor einem Jahr auf internationalen Druck auf ein Friedensabkommen. Dieses hielt aber nicht lange, die Kämpfe flammten schnell wieder auf. Nach Angaben von Amnesty sind etwa 2,3 Millionen Menschen auf der Flucht.

Quelle: Apa/Ag.

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